Schweizer Kultur

Schweizer Kantone

Schweizer Seen

Gemeinden

Kontakt

Partner

Stadt Glarus
Landkarte
 

Home
Akt. Verkehrslage
Busplan Schweiz
Fahrpläne
Hotelsuche
Impressum
Routenplaner
Telefonbücher
Service
Sicherheit
Schweiz-Wetter


Neue Seiten powered by crawl-it
 

Die Gemeinde Glarus ist der Hauptort des gleichnamigen Schweizer Kantons Glarus.

Wappen

Glarus führt einen stehenden, schwarzen Steinbock auf goldenem Grund im Wappen, das es sich durch Gemeinderatsbeschluss auf die Landesausstellung 1939 zulegte. - Dem Wappen liegt dasjenige der Ritter von Glarus zugrunde, wie es an einer Urkunde von 1299 angebracht ist und wie es die Vertreter des bedeutenden Glarner Geschlechts der Tschudi hin und wieder zusammen mit ihrem eigenen Familienwappen verwendeten.



Geografie:

Die Stadt Glarus liegt eingebettet in eine imposante Bergwelt. Der auf etwa 470 m ü.M. liegende Hauptort des Linthtales liegt zu Füssen des pyramidenförmigen rund 2300 m hohen Vorderglärnischs. Dieser wurde 1655 als erster Berg naturgetreu auf Papier gebannt; der Atlantenmaler Jan Hackaert hat ihn in einer grossartigen Panoramaansicht wiedergegeben. Zudem diente er im 19. Jahrhundert für Studien zur "Felsenarchitektur". An ihm, dem zerklüfteten und doch gleichmässigen Bergriesen, wurden Unterschiede und Analogien der natürlichen und der Kunstarchitektur erforscht. – Höchster Punkt des Gemeindegebietes ist nicht etwa das mit seinem schrägen Gletscherfeld bis weit ins Mittelland sichtbare Vrenelisgärtli, sondern der 2914 m hohe, ebenfalls zum Glärnischmassiv gehörende Bächistock.


Die Lage
© 2004 Stadt Glarus


Verschiedene Bergsturzhügel prägen das Stadtbild mit, das sich an den Talfluss, die Linth, anlehnt. – Auf dem Burghügel thront die St.-Michaels-Kapelle, auf dem Bergli lädt ein Ausflugsrestaurant zum Verbleiben, auf dem Iselirain flattern an festlichen Tagen Fahnen, und der Sonnenhügel, auf dem einst der Galgen als Zeichen dafür stand, dass die Talleute selbst über Leben und Tod entscheiden konnten, gewährt modernen Wohnbauten erhöhte Lage.
Die beiden einst für die Ver- und Entsorgung sowie die Industrialisierung wichtigen Bäche sind kaum sichtbar. Der Giessen – ein Seitenarm der Linth – und der vom Glärnisch her kommende Oberdorfbach sind eingedohlt und beeinflussen das Siedlungsbild nicht mehr.
Der Name "Glarus" wurzelt vermutlich im romanischen "Clarona", was hell, lichte Stelle im Gelände bedeutet und auf die romanische Besiedlung verweist. Die Bezeichnung Glärnisch mag den gleichen Ursprung haben: von "mons Claroniscus" abgeleitet.
Die Gemeindefläche beträgt 6921 ha: 180 ha (2,6%) überbaut, 1750 ha (25,3%) Wald, 2347 ha (33,9%) land- und alpwirtschaftlich nutzbar, 2644 ha (38,2%) Gestein und Wasser. – Sie wird von den Territorien der glarnerischen Gemeinden Näfels, Riedern, Netstal, Ennenda, Mitlödi, Schwändi, Schwanden und Luchsingen sowie vom schwyzerischen Muotathal (das weit über die Pragelpasshöhe ins Klöntal reicht) begrenzt.
Die mittlere Wohnbevölkerung betrug 2003 rund 5700 Personen (die in etwa 2600 Haushaltungen leben). An der Volkszählung 2000 bekannten sich 42,5 Prozent zur evangelisch-reformierten und 37,7 Prozent zur römisch-katholischen Konfession. 6,3 Prozent bezeichneten sich als mohammedanisch und 7,8 Prozent gaben keine Zugehörigkeit an.

Der Hauptort liegt in der geografischen Mitte des Kantons und ist gleichzeitig das Dienstleistungszentrum desselben mit Sitz der kantonalen Verwaltung, der Gerichte, des Kantonsspitals und der Kantonsschule. Glarus ist Teil der Greather Zurich Area, deren Kernstadt 68 km (50 Autominuten) entfernt liegt. Bedingt durch die Art des Wiederaufbaus nach dem Brand (1861) sowie durch die Nähe zu Zürich zeichnet sich Glarus durch einen suburbanen Charakter aus, ohne dass die Gemeinde dadurch ihre politische und mentale Eigenständigkeit einbüssen würde.
 

Verkehrslage

Via SBB (InterRegio-Züge in Ziegelbrücke, "Glarner Sprinter") und Autobahn A3 (Chur - Zürich) sind die wichtigsten Wirtschaftszentren der Region Zürich und Ostschweiz innert nützlicher Frist zu erreichen. Dazu verfügt Glarus über ideale Verbindungen im Nahverkehr mit dem Regionalbus sowie dem Postauto ins Naherholungsgebiet Klöntal.
8 Autominuten zur Autobahn A3
58 Minuten nach Zürich HB
82 Minuten nach Zürich Flughafen
77 Minuten nach St. Gallen
63 Minuten nach Chur
Einbindung in das Zürcher S - Bahn - Netz (geplant)
Regionalbus Glarner Mittelland
Postauto

Geschichte:

Ortsbezeichnungen belegen eine Besiedelung des Linthtales etwa ab dem 5. Jahrhundert vor Christus; sie lassen die Anwesenheit von Ligurern, Räten, Kelten und Romanen erkennen.
Laut durch Ausgrabungen gewonnener Erkenntnis stand die erste Talkirche im 6. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Gerichtshauses in Glarus. Die Siedlung ist demnach viel älter als die meisten Schweizer Städte ohne römische Wurzeln.
Erste urkundliche Erwähnung findet "Clarona" in einer aus dem 8. Jahrhundert stammenden Lebensgeschichte der Heiligen Felix und Regula. Diese seien auf ihrer Flucht nach dem Gemetzel der thebäischen Legion in St-Maurice durch "die wüsten Orte der Einöde, die Clarona heisst," gezogen: nach Zürich, wo sie als Märtyrer den Tod fanden.
Der Meierhof, als Sitz der Verwalter des Frauenklosters Säckingen, befand sich in Glarus, das lange Zeit aus zwei getrennten Siedlungen bestand. Grosse Teile des Glarnerlandes gehörten bis Ende des 14. Jahrhunderts dieser Grundherrschaft, von der sich die Talleute loskauften, ihr aber noch bis 1790 einen "ewigen Jahreszins" entrichteten.
Auch die ersten Landsgemeinden mögen hier abgehalten worden sein; die älteste urkundlich belegte Landsgemeinde, an der sich die Glarner Landessatzungen gaben, fand 1387 statt. - Der Wert dieser Institution wird auch heutzutage kaum angezweifelt. Sie findet am 1. Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz in Glarus statt; bei sehr schlechtem Wetter wird sie um eine Woche verschoben.
Der frühe Kirchenbau - die Glarner Kirche war bis ins 13. Jahrhundert die einzige Pfarrkirche des Tales - und die zentrale Lage bestimmten die Entwicklung der Siedlung mit, die 1419 von der Landsgemeinde zum Hauptort bestimmt worden ist. Hier befanden sich die Ratshäuser des Landes, wurde Recht gesprochen, wurden Leute gefangen gehalten, an den Pranger gestellt oder gar zur Richtstätte geführt; hier gründete Huldrych Zwingli - von 1506 bis 1516 Pfarrer von Glarus, das sich nicht zuletzt wegen dieser Beziehung seiner Reformation anschloss - eine Lateinschule, und hier wurde 1560 das erste "Spital" als Unterkunft für arme und "pesthafte" Leute gebaut.
Während der Helvetik war Glarus Hauptort des Kantons Linth (1798-1803).
Da nach der Reformation die Gemeinde konfessionell gemischt blieb, ergab sich eine äusserst komplizierte Gemeindeorganisation. Dem Tagwen (inzwischen in der Ortsgemeinde aufgegangene Bürgergemeinde) gehörten alle Stimmberechtigten, gleich welcher Konfession, an. Das traf auch auf die gemeine Kirchgemeinde zu, welcher die mit der Einwohnerschaft von Riedern gemeinsam genutzte Kirche sowie einiges Vermögen unterstand. Deshalb trennten sich die Kirchgenossen von Mitlödi, Netstal und Ennenda auch nicht von ihr, als sie eigene Kirchen gebaut und eigene Kirchgemeinden gegründet hatten: Es setzte sich die gemeine Kirchgemeinde nicht nur aus Angehörigen verschiedener Konfessionen, sondern auch aus Aktiv- und Passivkirchgenossen zusammen, die zudem verschiedenen Gebietskörperschaften angehörten. Das Schul- und Fürsorgewesen war konfessionell organisiert. Die verschiedenen Gruppierungen waren gezwungen, zusammenzuarbeiten, Verträge auszuhandeln, gemeinsame Gremien zu bilden. Der Stand Glarus nahm manche Entwicklung in der Beziehung der Konfessionen zueinander vorab - und dies glücklicher- und bezeichnenderweise -, ohne dass es zu offenem Krieg gekommen wäre.
Nachdem Schule und Fürsorge zu Aufgaben des Staates geworden sind und das Simultanverhältnis an der Stadtkirche 1964 mit der Weihe der St.-Fridolins-Kirche untergegangen ist, gibt es noch folgende selbstständigen Körperschaften: Ortsgemeinde Glarus, Schulgemeinde Glarus-Riedern, Fürsorgegemeinde Glarus-Riedern, Evang.-Ref. Kirchgemeinde Glarus-Riedern, Röm.-kath. Kirchgemeinde Glarus-Riedern-Ennenda.
Die Gemeinden Glarus und Riedern bilden einen Landratswahlkreis, der 13 der 80 Glarner Landräte (Legislative) zu wählen hat. Zudem haben sie in einer Vereinbarung die Zusammenarbeit in Zivilschutz, Feuerwehr, Vormundschaft, Altersbetreuung, Spitex, Friedhofwesen geregelt.
Im 20. Jahrhundert wurde Glarus vom Industriestandort zum Dienstleistungszentrum. Die Bevölkerungsentwicklung verläuft vergleichbar mit "echten" Städten: wies die Volkszählung 1970 noch 6189 Personen aus, betrug die mittlere Wohnbevölkerung 1998 noch knapp 5500 Personen. Wohnraum wird zum Arbeitsraum; in den Sektoren 2 und 3 bieten 515 Arbeitsstätten annähernd 3800 Arbeitsplätze an, davon 3200 im Dienstleistungsbereich (1991 waren es noch 4703 Arbeitsplätze gewesen). Die einst wichtigen Textilfabriken sind aus dem Ortsbild weitgehend verschwunden. Grösster Arbeitgeber ist das Kantonsspital, das über 450 Arbeitsplätze anbietet.
Glarus baute seine Infrastruktur stets aus. Es verfügt über unerschöpfliche Quellwasserreserven, ein Grundwasserpumpwerk, drei kleinere Stromproduktionsanlagen, eine Erdgasversorgung, und die Kommunikationsdaten werden von einer Grossgemeinschaftsantennenanlage bezogen und teils durch Glaskabel (www.wbg-glarus.ch) verteilt.
Das Schulangebot ist hervorragend: Sitz von Kantonsschule, Fachmittelschule, kaufmännischer Berufsschule, Pflegeschule. In der Grundstufe wird die Möglichkeit der Einführungsklasse angeboten sowie ein freiwilliges 10. Schuljahr, ein Werkjahr und eine Integrationsklasse. Die Schulen von Glarus besuchen rund 1700 Kinder und Jugendliche. Die Schulgemeinde betreibt einen Kinderhort und je ein privater Verein eine Kinderkrippe / die Musikschule. Das Freizeit- und Sportangebot ist ebenfalls vielfältig.

Brand von Glarus

Glarus wurde verschiedentlich von Bränden heimgesucht. Doch am schlimmsten wütete das Feuer in der Nacht vom Freitag auf den Samstag, 10./11. Mai 1861, als der Föhn einen in einem schindelgedeckten Stallgebäude ausgebrochenen Brand zur Katastrophe werden liess und die Glarner und Glarnerinnen eine "Nacht des Jammers und des Schreckens, des Elends und der Hülflosigkeit" erdulden mussten.

Eine halbe Stunde nach Brandausbruch stehen mindestens 150 Häuser in Flammen. Das Feuer kann nicht eingedämmt werden. Von den Schindeldächern geht ein sprühendes Funkenmeer über die Siedlung hinweg. Überall bricht Feuer aus. Unaufhaltsam wälzt sich der Feuerball talauswärts, überrollt die Kirche, entzündet die Grabkreuze auf dem Friedhof. Erst am Ende der Siedlung kommt er zum Stillstand. Um Mitternacht - etwa zweieinhalb Stunden nach Brandausbruch - brennen über 600 Gebäude: ein Feuermeer, dessen Wogen sich mit fürchterlichem Geprassel hoch aufbäumen. Der Talkessel ist taghell erleuchtet, die Berge scheinen, blutrot, ebenfalls zu brennen. Der Widerschein wird in Ravensburg, Basel, Neuenburg wahrgenommen.
Feuerwehren (www.ffgl.ch) aus dem ganzen Kanton eilen zu Fuss in aller Eile herbei oder werden in Rekordfahrten mit der Bahn nach Glarus geführt. Der Telegraphist sandte, solange dies möglich war, Hilferufe aus. Am Morgen sind über 30 Spritzen und 2000 Mann im Einsatz. Es gelingt ihnen, die sie bis zur Erschöpfung kämpfen, die den Flecken umspannenden Fabriken sowie die südlichen und westlichen Wohnquartiere zu halten.
Am Morgen sind zwei Drittel der Stadt, rund 600 Gebäude, eingeäschert, eine Geisterstadt, um die herum die Obdachlosen (2257 Personen, 47% der Bevölkerung) lagern. Ein Bild des Jammers. Fünf Personen kamen ums Leben, weitere drei sterben bald an den Folgen des Brandes.
Die Brandstätte misst etwa 570 auf 450 Meter. Der Schaden wird auf die damals immense Summe von über 10 Millionen Franken geschätzt.
Das Unglück zieht Neugierige an. Am Sonntag strömen über 10 000 von ihnen herbei, um sich von der Grösse der Brandstätte ein Bild machen zu können. Manche, "und nicht nur Frauen", brechen ob dem erschütternden Blick in Tränen aus.
Die Brandursache konnte nie ermittelt werden.

Sehenswürdigkeiten

Modell Alt-Glarus
Das Ortsbild vor dem verheerenden Brand von Glarus anno 1861 im Modell nachgebaut
Das Modell von Alt Glarus befindet sich neu in der Stadtkirche Glarus und ist täglich mit der Ausnahme der Gottesdienste, der Beisetzungen und Hochzeiten täglich von acht bis achtzehn Uhr zu besichtigen.
 

Kirchenschatz von Katholisch Glarus
Einzigartige Renaissance-Hostienmonstranz vermutlich nach Entwurf von Hans Holbein dem Jüngeren; Zwinglikelch; Silberplastik Fridolin und Ursus; weitere kostbare Gerätschaften.

Auskunft über Besichtigung:
Sekretariat Pfarramt
Tel. 055 640 22 7

Kunstwerke
zwei Rückriemsteine (Zaunplatz, Berglirain), Stele vor dem Kindergarten Löwen (Syl Bamert) und dem Schwesternhochhaus (Maria Derungs), Kunstobjekte im Hof (Anton Egloff, anorganische Welt, Flora und Fauna) und östlich (Florin Granwehr) der Kantonsschule, im Volksgarten, Venus (im Bahnhof; Raffael Benazzi), Mosaik Schulhaus Erlen (Fritz Hug), Kunstwerke im und um den Berggasthof Richisau im Klöntal.

Sammlungen
Landesarchiv (Genealogie, Sammlung Fritz Zwicky, Kartensammlung Blumer usw.), Kunsthaus (Naturkundliche Sammlung), Kantonsschule (geologische Sammlung).

Relief Kanton Glarus
Im Rathaus, 2. Stock.

Schweiz. Kunstführer Glarus
erhältlich bei der Gemeindekanzlei Glarus
Tel. 055 646 25 00
 

Stadtkirche
Die Stadtkirche wurde nach dem Brand von beiden Konfessionen gemeinsam erbaut, was zu jener Zeit eine absolute Ausnahme darstellte. Sie zeigt sich denn auch aussen wie innen "ökumenisch", Kreuze krönen die Dachfirste, Hähne die 61 m hohen Turmspitzen und Kreuzornamente zieren zurückhaltend das Innere. Sie prägt das Stadtbild, aus dem sie mit ihren bizarren Türmen und dem mächtigen Mittelschiff herausragt. Sie wurde in den 1990er- Jahren umfassend restauriert. Sie zeigt sich wieder ähnlich, wie sie Architekt Ferdinand Stadler geschaffen hat: als Bau "in ächt alt romanischem Basilika-Styl", mit reicher Dekorationsmalerei ausgestattet. - Sie gilt als Hauptwerk des Historismus in der Schweiz und die Restaurierung wurde von Europa Nostra ausgezeichnet.
Sie dient auch als Konzertsaal.


Kontakt
Gemeinde Glarus
Postfach 367
8750 Glarus

Telefon 055 646 25 00
Fax 055 646 25 45
stadt@stadt-glarus.ch

Öffnungszeiten
08.00 -11.30 Uhr, 14.00 -16.30 Uhr,
am Donnerstag bis 18.00 Uhr

Weblinks

 

Quelle: Stadt Glarus © 2004 Stadt Glarus

 

 

Schweiz
Glarus Kanton
Glarus

© 2007 alpen-info.de