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Der Kanton Sankt Gallen ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz.

Geographie

Der Ostschweizer Kanton grenzt an Graubünden, Glarus, Schwyz, Zürich, Thurgau, den Bodensee und im Osten an Vorarlberg in Österreich. Außerdem umschließt er die Halbkantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden

Der Kanton gliedert sich verwaltungsmäßig in 90 Gemeinden, Amtssprache ist Deutsch. Der Fläche nach belegt der Kanton Platz 6, der Einwohnerzahl nach Platz 5 unter den insgesamt 26 Schweizer Kantonen.

 


Lage des Kantons

Sprachen
Amtssprache ist Deutsch.

Religionen - Konfessionen
Da der Kanton St. Gallen erst 1803 aus verschiedenen Territorien geschaffen worden ist, ist er konfessionell sehr heterogen. Rein katholisch sind das nördliche Fürstenland (einst Besitz des St. Galler Fürstbischofs), doch mit Ausnahme der traditionell reformierten Stadt St. Gallen (einst freie Reichsstadt) sowie die südlichen Teile des Kantons (einst Untertanengebiete der Innerschweiz). Das im Westen gelegene Toggenburg ist gemischt, doch überwiegend reformiert, das im Osten gelegene Rheintal ist ebenfalls gemischt, doch vorwiegend katholisch (ausgenommen insbesondere das reformierte ehemalige zürcherische und glarnerische Untertanengebiet von Sax und Werdenberg).

Verfassung und Politik
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert vom Jahre 2001.

Legislative

Gesetzgebendes Organ ist der Kantonsrat, der 180 Mitglieder zählt und vom Volk auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt wird. Über Volksabstimmungen (obligatorisches Referendum bei Verfassungsänderungen, fakultatives Referendum bei Gesetzesänderungen, dazu Volksinitiative) hat auch das Volk direkten Anteil an der Gesetzgebung. Die Abstimmung über ein Gesetz können 4'000 Stimmberechtigte verlangen, um ein Gesetz vorzuschlagen bedarf es der Unterstützung durch 6'000 Stimmberechtigte, und um eine Verfassungsänderung zu beantragen, sind 8'000 Stimmberechtigte vonnöten. Eine allgemeine rechtsetzende Tätigkeit schliesslich können 4'000 Stimmberechtigte verlangen (Einheitsinitiative).

Sitzverteilung im Kantonsrat nach den Wahlen von 2004 (in Klammern 2000 und 1996):
CVP 55 (62 - 66), SVP 45 (42 - 14), SP 35 (27 - 34), FDP 32 (40 - 44), GP/Unabh. 10 (6 - 10), EVP/EDU 2 (2 - 2), AP/FPS 0 (0 - 10), Sonstige 1 (1 - 0).

Exekutive

Die Regierung hat sieben gleichberechtigte Mitglieder (Regierungsräte), die vom Volk auf eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden.

Parteipolitische Zusammensetzung nach den Wahlen von 2004:
3 FDP, 2 CVP, 1 SP (ein Sitz noch nicht wiederbesetzt)

Judikative

Gerichte auf kantonaler Ebene sind das Kantonsgericht, das Kassationsgericht, das Handelsgericht, das Verwaltungsgericht und das Versicherungsgericht; auf regionaler Ebene bestehen Kreis- und Arbeitsgerichte; auf kommunaler Ebene die Vermittler.

GemeindenAls dezentrale Einheiten kennt der Kanton St. Gallen als Normalfall die politischen Gemeinden. Spezialgemeinden sind die Orts- und die Schulgemeinden, die es nicht im ganzen Kanton gibt, ferner die evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchgemeinden. Die Aufgaben der früheren Bezirke (siehe unten) wurden in den letzten Jahren zunehmend auf andere Körperschaften übertragen; als Institutionen wurden die Bezirke schliesslich mit der neuen Kantonsverfassung abgeschafft.

Vertretung auf nationaler Ebene
Sankt Gallen entsendet - wie jeder Vollkanton - zwei Abgeordnete in den Ständerat und aufgrund seiner Einwohnerzahl 12 Vertreter in den Nationalrat.

Wirtschaft
Am Schweizerischen Volkseinkommen hat Sankt Gallen einen Anteil von 5,3%, seine Finanzkraft liegt damit bei etwa 80% des schweizerischen Durchschnitts.

Geschichte
Der Kanton Sankt Gallen wurde 1803 auf Antrag des helvetischen Abgeordneten Karl Müller-Friedberg von Napoleon aus dem bis 1798 bestehenden Fürstbistum St. Gallen, der Grafschaft Toggenburg und mehreren Untertanengebiete anderer Kantone (Rapperswil, Landvogteien Uznach, Gaster, Sargans, Rheintal, Grafschaft Werdenberg, Amt Gams, Herrschaft Sax) geschaffen. Als solche Neuschöpfung trat er gemeinsam mit den ebenfalls neu geschaffenen Kantonen Thurgau, Waadt, Aargau, Graubünden und Tessin als gleichberechtigtes Bundesglied der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei.
Der junge Kanton gab sich 1803 und 1814 die ersten Kantonsverfassungen und konnte sich in der nachnapoleonischen Zeit gegenüber territorialen Ansprüchen des ehem. Fürstabts einerseits und von separatistischen Kantonsteilen anderseits behaupten. In der Verfassung von 1814 wurden aufgrund der konfessionellen Heterogenität des Kantons Angelegenheiten wie Kirchen-, Ehe- und Schulsachen nicht dem Staat, sondern den beiden (katholischen und reformierten) sog. "Kantonsteilen" überantwortet, so dass neben dem allgemeinen gesetzgebenden Großen Rat (heute Kantonsrat) auch ein katholischer und ein reformierter Großer Rat eingeführt wurde (konfessioneller Dualismus). 1831 wurde eine repräsentativ-demokratische Verfassung eingeführt, die mit dem "Volksveto" bereits erste direkt-demokratische Züge aufwies und das bisherige oligarchische Regime ablöste. 1861 übernahm der Staat nach heftigen Streitigkeiten das bisher kirchliche Schulwesen. Die starke Konfessionalisierung des Kantons prägte den Kanton aber noch weit bis ins 20. Jh. hinein. 1875 wurde das "Volksveto" durch das fakultative Referendum (Einspracherecht des Volkes gegen Gesetze) ersetzt. In der neuen Verfassung von 1890 wurden mit der Einführung der Volksinitiative (Recht des Volkes, Gesetze vorzuschlagen), der Erleichterung das Referendums und der Volkswahl des Regierungsrates die Volksrechte modernisiert. Dieses Grundgesetz galt, mit vielen Änderungen, bis zum Erlass der heutigen Verfassung von 2001, welche in erster Linie die zahlreichen verfassungsrechtlichen Neuerungen der vergangenen hundert Jahre zusammenfasste und die Reorganisation des Kantons besiegelte.

Städte und Orte

Gemeinden über 10.000 Einwohner

  • Sankt Gallen (70000 E.)
  • Rapperswil-Jona (24426 E.)
  • Gossau (16941 E.)
  • Wil (16443 E.)
  • Uzwil (11997 E.)
  • Altstätten (10372 E.)
  • Buchs (10255 E.)

Weitere bekannte Ortschaften

  • Rorschach (8635 E.)

Geografische Regionen

  • Toggenburg
  • Fürstenland
  • Rheintal
  • Walensee
  • Bodensee
  • Zürichsee

Wahlkreise

Nach dem die Bezirke aufgehoben wurden, ist der Kanton Sankt Gallen seit dem 1. Januar 2003 politisch in Wahlkreise aufgegliedert.

  • Sankt Gallen
  • Rorschach
  • Rheintal
  • Werdenberg
  • Sarganserland
  • See-Gaster
  • Toggenburg
  • Wil

Bis zum 1. Januar 2003 war der Kanton Sankt Gallen in folgende Bezirke aufgeteilt.

  • Alttoggenburg
  • Gaster
  • Gossau
  • Neutoggenburg
  • Oberrheintal
  • Obertoggenburg
  • Rorschach
  • Sankt Gallen
  • Sargans
  • See
  • Unterrheintal
  • Untertoggenburg
  • Werdenberg
  • Wil

Kontakt
Regierungsgebäude
9001 St.Gallen
 
Telefon +41 (0)71 229 32 60
Telefax: +41 (0)71 229 39 55
E-Mail: info.sk@sg.ch
 

 

Weblinks

Quelle: Kanton St. Gallen, Wikipedia

Staatssekretär Martin Gehrer

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Martin Gehrer
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