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Erklärung Schweizer Kantone

Kanton (Schweiz)

Die 26 Kantone der Schweiz sind die Gliedstaaten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.


Kantone der Schweiz
© Wikipedia

Politisches System

Jeder der Kantone hat eine eigene Verfassung und eigene gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Behörden. Alle Kantone besitzen ein Einkammer - Parlament (Grosser Rat, Kantonsrat, Landrat, Parlament). Dieses hat je nach Kanton 58 bis 200 Parlamentssitze. Die Kantonsregierung (Regierungsrat, Regierung, Staatsrat) besteht je nach Kanton aus fünf bis neun Mitgliedern. Alle Bereiche, die nicht von der schweizerischen Bundesverfassung dem Bund zugewiesen bzw. von einem Bundesgesetz geordnet werden, gehören in die Kompetenz der Kantone (staatliche Organisation, Schulwesen, Gesundheitswesen, Planungs- und Baurecht, Polizeiwesen, Gerichtsverfassung, Notariatswesen, kantonales und kommunales Steuerrecht u. a). Die Kantone ihrerseits können ihren Gemeinden auch Autonomie gewähren. Das Mass der Autonomie ist jedoch von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Stichwort: Föderalismus

In zwei Kantonen, Glarus sowie Appenzell Innerrhoden, bestimmt das Volk in Form der Landsgemeinde ihre Kantonsvertreter und entscheidet über Sachfragen. In allen anderen Kantonen werden Wahlen und Abstimmungen über die Urne abgewickelt.

 

Geschichte

Die sogenannten Urkantone, welche 1291 die Eidgenossenschaft begründeten, sind Uri, Schwyz und Unterwalden. In der Alten Eidgenossenschaft wurden die Kantone auch Orte genannt. Deshalb spricht man in Bezug auf die Ausweitungsphasen der Schweiz von den Acht Alten Orten und den Dreizehn Alten Orten (bzw. der achtörtigen und der dreizehnörtigen Eidgenossenschaft). Verbündete, welche nicht Vollmitglied der Eidgenossenschaft waren, wurden als zugewandte Orte bezeichnet. Mit der Mediationsverfassung 1803 erhöhte sich die Zahl der Kantone auf 19 und mit dem Wiener Kongress 1815 auf 22. 1979 spaltete sich der Kanton Jura vom Kanton Bern ab.

 

Anzahl und Reihenfolge

Heute wird die Zahl der Kantone meistens mit 26, manchmal aber auch mit 23 angegeben. Das rührt daher, dass sechs Kantone (Obwalden, Nidwalden, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Stadt und Basel-Land) aus historischen Gründen als Halbkantone bezeichnet werden. Diese Unterscheidung ist lediglich bei der Besetzung des Ständerates und beim Ständemehr relevant, hat jedoch keinen Einfluss auf die innere Autonomie, weshalb es korrekt wäre, von 26 Kantonen, aber von 23 Ständen zu sprechen.

Die übliche Reihenfolge der Kantone (siehe untenstehende Liste) ist in der Bundesverfassung festgelegt. Sie hat jedoch einen viel älteren Ursprung. In der Eidgenossenschaft der Acht Alten Orte standen die Städte Zürich, Bern und Luzern in der Hierarchie vor den Landkantonen. Die weiteren Kantone stehen in der Reihenfolge ihres Beitritts.

 

Liste der Schweizer Kantone mit ihren Eckdaten

Kennz.

Kanton

Beitritt

Hauptort

Einwohner1

Fläche2

Bev.- Dichte3

Anzahl Gemeinden

Offizielle Sprachen

ZH

Zürich

1351

Zürich

1'228'600

1'729

701

171

Deutsch

BE

Bern

1353

Bern

947'100

5'959

158

399

Deutsch, Französisch

LU

Luzern

1332

Luzern

350'600

     1.400          

233

107

Deutsch

UR

Uri

1291

Altdorf

35'000

1'077

33

20

Deutsch

SZ

Schwyz

1291

Schwyz

131'400

908

143

30

Deutsch

OW

Obwalden

1291

Sarnen

32'700

491

66

7

Deutsch

NW

Nidwalden

1291

Stans

38'600

276

138

11

Deutsch

GL

Glarus

1352

Glarus

38'300

      685 

51

28

Deutsch

ZG

Zug

1352

Zug

100'900

239

416

11

Deutsch

FR

Freiburg

1481

Freiburg

239'100

1'671

141

242

Französisch, Deutsch

SO

Solothurn

1481

Solothurn

245'500

791

308

126

Deutsch

BS

Basel-Stadt

1501

Basel

186'700

37

5'072

3

Deutsch

BL

Basel-Landschaft

1501

Liestal

261'400

      518 

502

86

Deutsch

SH

Schaffhausen

1501

Schaffhausen

73'400

298

246

34

Deutsch

AR

Appenzell Ausserrhoden

1513

Herisau4

53'200

243

220

20

Deutsch

AI

Appenzell Innerrhoden

1513

Appenzell

15'000

173

87

6

Deutsch

SG

St. Gallen

1803

St. Gallen

452'600

2'026

222

90

Deutsch

GR

Graubünden

1803

Chur

185'700

     7.105 

26

211

Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch

AG

Aargau

1803

Aarau

550'900

1'404

388

232

Deutsch

TG

Thurgau

1803

Frauenfeld

228'200

991

229

80

Deutsch

TI

Tessin

1803

Bellinzona

311'900

2'812

110

244

Italienisch

VD

Waadt

1803

Lausanne

626'200

3'212

188

382

Französisch

VS

Wallis

1815

Sion

278'200

     5.224

53

160

Französisch, Deutsch

NE

Neuenburg

1815

Neuenburg

166'500

803

206

62

Französisch

GE

Genf

1815

Genf

414'300

282

1'442

44

Französisch

JU

Jura

1979

Delèmont

69'100

838

82

83

Französisch

CH

Schweiz

 

Bern

7'261'200

41'285

174

2'889

Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch

Bemerkungen: 1 Stand: 31. Dezember 2001, Bundesamt für Statistik, 2 km², 3 Einwohner pro km², Stand 2000 4 Sitz der Regierung und des Parlaments, Sitz der Justiz ist Trogen.

Die zweibuchstabigen Kantonsabkürzungen sind verbreitet, sie werden u.a. bei den KFZ-Kennzeichen verwendet und sind auch in der ISO 3166-2:CH verwendet (mit dem Präfix "CH-", z.B. CH-SZ für den Kanton Schwyz).

Kantonsnamen in anderen Sprachen

Kanton in allen Schweizer Landessprachen sowie Englisch, Spanisch und Esperanto

 

in der Sprache des Hauptortes

Kenn-
zeichen

Deutsch1

Französisch1

Italienisch1

Rätoromanisch1

Englisch2

Spanisch2

Esperanto2

Aargau

AG

Aargau

Argovie

Argovia

Argovia

Argovia

Argovia

 

Appenzell- Ausserrhoden

AR

Appenzell Ausserrhoden

Appenzell Rhodes- Extérieures

Appenzello Esterno

Appenzelldador

Appenzell Outer Rhodes

Appenzell Rodas Exteriores

 

Appenzell- Innerrhoden

AI

Appenzell Innerrhoden

Appenzell Rhodes- Intérieures

Appenzello Interno

Appenzelldadens 

Appenzell Inner Rhodes

Appenzell Rodas Interiores

 

Basel- Landschaft

BL

Basel- Landschaft

Bâle- Campagne

Basilea- Campagna

Basilea- Champagna

Basle-Country

Basilea-Campaña

Bazelo-Kamparo

Basel- Stadt

BS

Basel-Stadt

Bâle-Ville

Basilea-Città

Basilea-Citad

Basle-City

Basilea-Ciudad

Bazelo-Urbo

Bern

BE

Bern

Berne

Berna

Berna

 

Berna

Berno

Fribourg

FR

Freiburg

Fribourg

Friburgo

Friburg

 

Friburgo

Friburgo

Genève

GE

Genf

Genève

Ginevra

Genevra

Geneva

Ginebra

Ĝenevo

Glarus

GL

Glarus

Glaris

Glarona

Glaruna

 

Glaris

 

Graubünden

GR

Graubünden

Grisons

Grigioni

Grischun

Grisons

Grisones

Grizono

Jura

JU

Jura

Jura

Giura

Giura

 

 

 

Luzern

LU

Luzern

Lucerne

Lucerna

Lucerna

Lucerne

Lucerna

Lucerno

Neuchâtel

NE

Neuenburg

Neuchâtel

Neuchâtel

Neuchâtel

 

Neuchatel

 

Nidwalden

NW

Nidwalden

Nidwald

Nidwaldo

Sutsilvania

Nidwald

Unterwalden bajo

 

Obwalden

OW

Obwalden

Obwald

Obwaldo

Sursilvania

Obwald

Unterwalden alto

 

Sankt Gallen

SG

Sankt Gallen

Saint-Gall

San Gallo

Son Gagl

 

 

 

Schaffhausen

SH

Schaffhausen

Schaffhouse

Sciaffusa

Schaffusa

 

 

Ŝafhaŭzo

Schwyz

SZ

Schwyz

Schwyz

Svitto

Sviz

 

 

 

Solothurn

SO

Solothurn

Soleure

Soletta

Soloturn

 

Soleura

 

Thurgau

TG

Thurgau

Thurgovie

Turgovia

Turgovia

Thurgovia

Turgovia

 

Ticino

TI

Tessin

Tessin

Ticino

Tessin

 

Tesino

Tiĉino

Uri

UR

Uri

Uri

Uri

Uri

 

 

 

Valais

VS

Wallis

Valais

Vallese

Vallais

 

 

Valezo

Vaud

VD

Waadt

Vaud

Vaud

Vad

 

 

 

Zug

ZG

Zug

Zoug

Zugo

Zug

 

 

 

Zürich

ZH

Zürich

Zurich

Zurigo

Turitg

Zurich

 

Zuriko

       Bemerkungen: 1Schweizer Landessprache, 2Wenn es sich von der Sprache des Hauptortes unterscheidet

Weblinks

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