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Rudolfsheim - Fünfhaus liegt im 15. Bezirk von Wien und entstand 1938 durch die Zusammenlegung des 14. Bezirks (Rudolfsheim) und des 15. Bezirks (Fünfhaus). Dabei wurde die Zahl 14 auf den vom 13. Bezirk abgetreten und dem neugebildeten Bezirk Penzing übertragen. Der Bezirk trägt seit 1957 den Doppelnamen, der an die beiden alten Bezirke Rudolfsheim und Fünfhaus erinnert.
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Lage Rudolsheim Karte: Archiv
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Rudolfsheim ist benannt nach dem Kronprinz Rudolf und war 1863 durch Vereinigung von Reindorf (Name wird erstmals 1411 erwähnt), Braunhirschen und Rustendorf, der 14. Bezirk gleichen Namens bei der Eingliederung in Wien 1890/92 aus den Orten Rudolfsheim und Sechshaus entstanden. Der Name Fünfhaus stammt von nach 5 Winzerhäusern, die um 1710 hier erbaut worden waren. Der Bezirk hat eine Fläche von 3,86 km² und 70.800 Einwohner.
Das Wappen Das Wappen von Rudolfsheim-Fünfhaus ist viergeteilt. Es zeigt die Entstehungsgeschichte des Bezirks aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Rustendorf, Reindorf, Braunhirschen, Fünfhaus und Sechshaus. Die Farben des Wappenschilds sind blau, grün, silber und rot. Die obere Hälfte steht für Rudolfsheim und besteht aus drei Wappenschildern. Die untere Hälfte besteht aus nur einem Wappenschild für Fünfhaus.
Rustendorf wird durch einen silbernen Halbmond symbolisiert. Auf blauem Grund steht ein silberner Halbmond mit Gesicht. Der Name leitet sich aus dem mitteldeutschen Wort "rust" ab. Er nimmt Bezug auf den dortigen Ulmenbestand. Urkundlich erwähnt ist der Weingarten "unter den Rusten" erstmals um 1700.
Reindorf Die goldene Weintraube repräsentiert den Bezirksteil Reindorf. Auf grünem Hintergrund ist eine hängende goldene Weintraube mit zwei goldenen Blättern abgebildet. Sie weist auf den einst auf diesen Gründen betriebenen Weinbau hin. Belegt ist das Gebiet "in der Rhein" (Senke, Mulde) urkundlich sein 1344. Ab 1360 hieß es "Reintal", ab 1411 "Reindorff".
Braunhirschen Ein brauner Hirsch steht als sprechendes Wappen für die ehemalige Gemeinde Braunhirschen. Ein brauner Zwölfender mit mächtigem Geweih ist vor einem silbernen Hintergrund abgebildet. Er steht für ein ehemaliges Gasthaus. Der Name des Ortes stammt von einem 1754 erwähnten Gasthaus "Zum braunen Hirschen".
Fünfhaus Der Erzengel Michael symbolisiert die ehemaligen Gemeinden Fünfhaus und Sechshaus. Der Wappenschild von Fünfhaus und Sechshaus ist der größte des Bezirkswappens. Auf rotem Grund ist eine Szene mit dem Erzengel Michael dargestellt. Der Erzengel trägt ein silbernes Gewand mit einem goldenen Kreuz auf der Brust. Auf dem Kopf trägt er einen goldenen, mit Straußenfedern besetzten Helm. Mit seiner rechten Hand hält er eine goldene Kreuzlanze. Er tötet einen grünen feuerspeienden Drachen, der auf dem braunen Boden liegt. Das Barnabitenkollegium Sankt Michael in Wien war der Grundherr der Siedlungen Fünfhaus und Sechshaus. Daher dient der Heilige Michael als Wappenfigur. Der Name geht auf die Ansiedlung zurück, die bis zirka 1708 aus fünf Häusern bestand.
Sechshaus Das ehemalige Wappen von Sechshaus war mit jenem von Fünfhaus praktisch identisch. Es ging daher im Wappen von Fünfhaus auf. Sechshaus war einst eine Ansiedlung, die aus sechs Häusern bestand. Erstmals erwähnt wurde Sechshaus 1769.
Geschichte Fünfhaus Sechshaus Braunhirschen Reindorf Rustendorf Rudolfsheim
Fünfhaus Der Name Fünfhaus geht auf fünf Winzerhäuser zurück, die um 1700 im Bereich der heutigen Clementinengasse entstanden. Im Jahr 1822 zählte die Ansiedlung 119 Häuser. Im Vormärz wurde Fünfhaus ebenso wie die benachbarten Vorortgemeinden industriell durchsetzt. Drei Betriebe sind in diesem Zusammenhang besonders zu erwähnen:
Die Oesterleinsche Gewehrfabrik Das Brauhaus (ebenfalls von Christoph Oesterlein erbaut) - heute steht hier das Amtshaus Die englische Imperial-Continental-Gas-Association "Neu-Fünfhaus" entstand nach dem Bau der Westbahn nördlich der Bahntrasse. Während der alte Ortskern verwinkelte Straßenzüge aufweist, besticht Neu-Fünfhaus durch seinen Rastergrundriss. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte Fünfhaus zu den vornehmsten Vororten. Das lässt sich noch heute anhand der alten, sehenswerten Bausubstanz nachvollziehen.
Sechshaus Im 18. Jahrhundert entstand südlich der heutigen Sechshauser Straße eine Zeile von sechs Häusern. Diese gab der sich hier bildenden Vorortgemeinde seinen Namen. 1801 fand durch die Eingemeindung von Reindorf eine Vergrößerung statt. 1830 zählte man bereits 134 Häuser.
Braunhirschen 1696 erwarb Josef Christoph von Plankenau im damaligen Ortsgebiet von Reindorf ein Areal. Dort errichtete er laut einem Plan von Johann Jakob Marinoni - ein schlossartiges Landhaus mit ausgedehntem Park. 1795 setzte sich die Ortsbezeichnung Braunhirschen durch. Sie bezieht sich auf das seit 1754 hier ansässige Wirtshaus "Zum braunen Hirschen". 1799 kaufte Franz Dadler den Besitz. Durch Parzellierung hob er die Bautätigkeit. Er gilt deshalb als eigentlicher Begründer Braunhirschens. Im Vormärz konnten sich neben der Industrialisierung auch Handwerk und Gewerbe in Braunhirschen ansiedeln.
Reindorf Dieses Gebiet wurde bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts unter dem Namen "In der Rein" urkundlich erwähnt. Der Name Reindorf lässt sich erstmals im Jahr 1411 belegen. Im Mittelalter schwand die Bedeutung des Dorfes. Erst im 18. Jahrhundert blühte die Siedlung nördlich der heutigen Sechshauser Straße wieder auf. Bereits 1801 waren in Reindorf 101 Häuser belegt. Die Größe des Vororts nahm durch Grenzänderung radikal ab.
Rustendorf Die Siedlung lag an der heutigen Mariahilfer Straße. Trotz geringer Häuseranzahl war sie wohlhabend, da sie zahlreiche Einkehrgasthöfe beheimatete. Bereits 1700 entstanden hier die ersten Unterkünfte für Reisende. Ursprünglich zählte Rustendorf zur Grundherrschaft Penzing. 1843 gelangte es an das Wiener Schottenstift. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts konnte man hier auch eine erhöhte Bautätigkeit feststellen.
Rudolfsheim Im Verlauf des 19. Jahrhundert wuchsen die Orte Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf nicht zuletzt durch die Inbetriebnahme der Westbahn immer stärker zusammen. Unter dem Reindorfer Bürgermeister Benedikt Schellinger als Wortführer schlossen sich diese Gemeinden am 21. Juli 1863 zusammen. Zu Ehren des Kronprinzen Rudolf erhielt der neue Ort den Namen "Rudolfsheim". Besonders stark vertreten war hier das Holz verarbeitende Gewerbe.
Kultur Billard- und Kaffeehauskultur Geschichte: 1993, nach langen Jahren der Sammlertätigkeit Heinrich Weingartners und vielen internationalen Ausstellungen konnten die geeigneten Räumlichkeiten gefunden werden, um das weltweit einzigartige Billardmuseum mit vier Räumen von insgesamt rund 100 m2 zu eröffnen. Öffnungszeiten: nach telefonischer Vereinbarung Eintritt: frei Führungen: für Gruppen möglich Kontakt für Anfragen: Heinrich Weingartner
Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus Am 20.5.1964 gründete der damalige Bezirksvorsteher Leo Mistinger den Verein "Rudolfsheim-Fünfhauser Heimatstube", der sich vorerst nur auf das Sammeln von geeigneten Exponaten beschränkte.
Erst sieben Jahre später überließ man dem Museum im Parterre des Amtshauses in der Rosinagasse 4 einige Räume. Mit der Ausstellung "Die Westbahn" wurde es schließlich am 14.6.1972 eröffnet. Erste Museumsleiterin war die Sonderschullehrerin Dr. Brigitte Kaufmann.
1993-94 erfolgte die Renovierung des Bezirksmuseums.
Kirchen Christkönigskirche Vogelweidplatz 7 Erreichbarkeit Telefon: (+43 1) 982 22 41-0
Die Christkönigskirche wurde 1933/34 nach Plänen von Clemens Holzmeister erbaut. Die Initiative geht zurück auf Hildegard Burjan. Die Kirche weist einen geometrischen Bau auf. Das Mosaik "Christus der König" hinter dem Hochaltar basiert auf dem Entwurf von Karl Sterrer. Vor der Kirche befinden sich klassizistische Grabsteine des ehemaligen Schmelzer Friedhofes. Neben der Kirche befindet sich ein neugotischer Tabernakelpfeiler und ein barockes Schmiedeeisenkreuz (1726).
Maria vom Siege Maria vom Siege 3 Erreichbarkeit Telefon: (+43 1) 893 42 24
Die Pfarre Maria vom Siege wurde 1868 bis 1875 nach einem Entwurf von Friedrich von Schmidt erbaut. Es handelt sich um einen neugotischen Backsteinbau. Das Gebäude vereinigt Formen mittelalterlicher Zentralbauten mit dem barocken Motiv zweier schräggestellter Türme. Die Kircheneinrichtung stammt aus der Bauzeit. Der Name leitet sich von der Santa Maria della Vittoria in Rom ab. Ihr Marienbild verbrannte 1834 in Rom. Eine Kopie befindet sich am rechten vorderen Seitenaltar.
Pfarre Reindorf - Kalasantiner "Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit" Reindorfgasse 21 Erreichbarkeit Telefon: (+43 1) 893 24 96-14
Die Kalasantiner 1789 bis 1789 erbaute Johann Michael Adelpodinger die Kirche. 1832 bis 1839 wurde sie restauriert. 1861/62 wurde der Bau um ein Seitenschiff erweitert. 1944 erlitt die Kirche schwere Bombenschäden, wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergestellt. Das Hochaltarbild "Hl. Dreifaltigkeit" wird Anton Maulbertsch zugeschrieben. Die Seitenaltarbilder stammen von Bartolomeo Altomonte. Der Innenraum wirkt schlicht und einfach. Die Innenausstattung stammt zum Teil aus Klosterkirchen, die unter Joseph II. aufgelassen wurden.
Pfarre Schönbrunn - Vorpark Winckelmannstraße 34 Erreichbarkeit Telefon: (+43 1) 893 64 09
Der Bau der Pfarre Schönbrunn wurde 1946 von Kardinal Innitzer beauftragt. 1949 entstand nach Plänen von Leo Gruber die kleine Gottesdienststätte "Unbeflecktes Herz Mariä" auf dem Terrain eines durch Bomben zerstörten Hauses. 1955 wurde aus der "Schuttkirche" eine Pfarrkirche. Am 19. März 1970 erfolgte der Abbruch. Der Neubau nach Plänen von Josef Vytiska wurde 1972 eingeweiht. Reliquien des Hl. Leopold und des Hl. Klemens Maria Hofbauer werden hier aufbewahrt. Sehenswert ist die neuzeitliche Krippe in der Kirche.
Kontakt Bezirksvertretung des 15. Wiener Gemeindebezirkes A-1150 Wien, Gasgasse 8-10
Telefon: 89134 15114 Fax: 89134 9915120 Erreichbarkeit
Weblink
Quelle: Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus
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