Ried
 

Ried im Innkreis

Bgm. Albert Ortig
 © Stadt Ried

Ried im Innkreis ist ein Zentralort des oberösterreichischen Innviertels und Bezirkshauptstadt des Bezirks Ried im Innkreis.


Geographie

Ried liegt in einer flachen Mulde nördlich des Hausruckwalds. Der Name der Stadt leitet sich vom mittelhochdeut- schen "Riet" ab, was "feuchter, sumpfiger Boden" bedeutet.

Die Stadt ist vom Bezirk Ried im Innkreis umschlossen und grenzt an die Gemeinden Aurolzmünster, Hohenzell, Mehrnbach, Neuhofen im Innkreis und Tumeltsham.

Wappen

Das aktuelle Stadtwappen wurde der Stadt im Zuge der Stadterhebung 1857 verliehen. Das Stadtwappen ist viergeteilt. Das oberste Viertel zeigt einen Doppeladler und verdeutlicht die Zugehörigkeit zu Österreich. Das untere Viertel enthält den "bayerischen Wecken", weiß-blaue Rauten und zeigt damit an, dass die Stadt ursprünglich zu Bayern gehörte.

Im linken Viertel steht ein Schnürstiefel. Er war bereits im alten Wappen der Stadt enthalten und spielt auf die Gründungslegende von Ried im Innkreis an. Die im rechten Viertel enthaltenen Ranken waren ebenfalls bereits im alten Wappen vorhanden und sollen wahrscheinlich auf die Bedeutung als Brauereistadt hinweisen.

Geschichte

Mittelalter

Die Stadt Ried wurde erstmals am 13. November 1136 als bayerisch-landesfürstliche Burg erwähnt. 1180 finden in einer Urkunde zum ersten mal die Bürger von Ried Erwähnung - daraus kann auf eine Siedlungs- tätigkeit um die Burg geschlossen werden.
Der Sage nach wurde 1191 der Müllerssohn Dietmar der Anhanger von Friedrich I. (Barbarossa) mit dem Markt Ried belehnt. Als Grund dafür war angeblich, dass Diet- mar beim Kreuzzug den Kampfesmut der Truppen wieder aufgerichtet hatte: Als in Ikonia die Fahne des Heeres von den Gegnern zu Fall gebracht worden war, nahm Dietmar seinen Bundschuh und steckte ihn auf eine Lanze; unter diesem Zeichen fassten die Kreuzfahrer neuen Mut und schafften es, die Stadt zu erobern. Der Bundschuh aus der Sage ist heute Bestandteil des Stadtwappens.

1266 wird Ried von Ottokar II. Przemysl erobert; am 24. September 1364 wurde Ried von Rudolf I. erobert und zerstört.

Der 1379 abgeschlossene 1. Rieder Vertrag legt die Grenzen zwischen Bayern und Österreich fest.

Neuzeit

Zur Zeit der Reformation belegen Visitationsberichte den Einfluss der Reformation. Bis 1580 war allerdings die Gegenreformation fertig durchgeführt. Infolge dessen sind mehrere Auswanderungen belegt. Während der Bauernkriege ist Ried Zufluchtsstätte und Hauptquartier des bayerischen Kriegskommissärs.
1649 trifft eine Pestepidemie die Stadt, die 236 Tote fordert.

Die Grenzkonflikte zwischen Österreich und Bayern flammen im spanischen Erbfolgekrieg und im österrei- chischen Erbfolgekrieg wieder auf.

Nach dem bayerischen Erbfolgekrieg kommt kommt das Innviertel und damit auch Ried im Friede von Te- schen 1779 zu Österreich. Während der Koalitionskriege kommt es noch einmal für kurze Zeit zu Bayern. Napoleon nimmt zweimal in Ried Quartier und entgeht am 2. Mai 1809 nur knapp einem Anschlag.

Im 2. Rieder Vertrag wechselt Bayern am 8. Oktober 1813 die Seiten und tritt der Allianz gegen Napoleon bei. Nach dem Münchner Vertrag wird Ried 1816 endgültig österreichisch.

1857 wird Ried zur von Franz Joseph I. zur Stadt erhoben. Zu dieser Zeit war es mit 4000 Einwohnern die größte Marktgemeinde Österreichs. Mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung beginnt 1867 die Rieder Messe.

Zeitgeschichte

Am 12. März 1938 marschieren Verbände der deutschen Wehrmacht in Ried ein, Hitler trifft auf der Durch- reise nach Linz in Ried ein. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs marschieren amerikanische Truppen in Ried ein, Ried wird Teil der amerikanischen Besatzungszone.

In Ried im Innkreis wird seit 1991 nach dem Vorbild von Bayern der politische Aschermittwoch der FPÖ veranstaltet.

Partnerstadt

Seit 1974 ist die bayrische Stadt Landshut Partnerstadt von Ried.

Weblinks

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[Enzyklopädie: Ried im Innkreis. DB Sonderband: Wikipedia Herbst 2004, S. 238087]

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