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Oberbayern ist der größte Bezirk des Freistaats. Es bedeckt eine Fläche von 17 530 km², das entspricht in etwa einem Viertel der Fläche Bayerns.

Oberbayern ist in 20 Landkreise sowie drei kreisfreie Städte (München, Ingolstadt und Rosenheim) eingeteilt. Zur Zeit umfasst der Bezirk Oberbayern 497 kreisangehörige Gemeinden.

Der Bezirk Oberbayern grenzt im Süden und Osten an Österreich, im Norden an die bayerischen Bezirke Niederbayern, Oberpfalz und Mittelfranken sowie im Westen an den Bezirk Schwaben. Die wichtigsten Flüsse, die in und durch Oberbayern fließen, sind die Donau, die Altmühl, der Lech, die Isar, der Inn und die Salzach. Oberbayern hat viele reizvolle Landschaften zu bieten. Im Süden hat Oberbayern Anteil an den Nördlichen Kalkalpen: Wettersteingebirge, Mangfallgebirge, Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Mit der Zugspitze (2962 Meter) liegt der höchste Berg Deutschlands in Oberbayern. Im Gebirge und in der sich im Norden daran anschließenden unmittelbaren Voralpenlandschaft liegen zahlreiche Seen, so der Ammersee, Starnberger See, Walchen- und Kochelsee, der Staffelsee, der Tegern- und der Schliersee, der Simssee, der Tachinger und der Waginger See, der Chiemsee - der größte bayerische See - sowie der Königssee, der tiefste See Deutschlands. An das Voralpenland schließt sich eine langsam zur Donau hin abfallende Hochebene an. Ganz im Norden hat Oberbayern Anteil an der Fränkischen Alb und dem Altmühltal.

Mit zur Zeit rund 4 Millionen Einwohnern lebt im Bezirk Oberbayern ein Drittel der bayerischen Bevölkerung. Damit ist Oberbayern der bevölkerungsreichste bayerische Bezirk. München ist mit 1,25 Mio. Einwohnern die größte Stadt Bayerns und die drittgrößte Deutschlands (nach Berlin und Hamburg). Als bayerische Landeshauptstadt ist sie Sitz der bayerischen Regierung, Sitz des oberbayerischen Bezirkstags (Selbstverwaltungsebene) und Sitz der Regierung von Oberbayern (Ebene der staatlichen Verwaltung Bayerns). Jeder dritte Oberbayer wohnt in München. Die nächstgrößeren Städte des Bezirks sind Ingolstadt (115 000 Einwohner) und Rosenheim (knapp 60 000 Einwohner).

Wirtschaft, Tourismus und Verkehr

München ist das wirtschaftliche Zentrum Bayerns. Es ist der größte Versicherungsstandort Deutschlands, hier sitzt mit der Münchener Rück unter anderem die größte Rückversicherungsgesellschaft der Welt. Nach Frankfurt ist München die bedeutendste Bankenmetropole Deutschlands. Ferner ist München ein wichtiger und vielfältiger Medienstandort: Rund 100 000 Arbeitsplätze gibt es im Medienbereich, bei etwa 2000 Verlagen und Druckereien, rund 1500 Unternehmen im Multimediabereich (Film, Fernsehen, Hörfunk) und rund 3000 Werbe- und PR-Agenturen. Zahlreiche Verlage machen München hinter New York zur größten Buchstadt der Welt. Die auflagenstärkste überregionale Tageszeitung Deutschlands, die Süddeutsche Zeitung, erscheint in München. Viele weitere Zeitungsredaktionen haben ihren Sitz in dieser Stadt. In Unterföhrung haben sich zahlreiche private Fernsehsender angesiedelt, so Pro Sieben, DF1, H.O.T. und Kabel 1. Der Bayerische Rundfunk sitzt ebenfalls in München. Und mit den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig wurde München auch zu einer bedeutenden Filmstadt.

Neben dem Dienstleistungssektor ist das produzierende Gewerbe (Industrie) nach wie vor stark in München vertreten. Allen voran natürlich der Siemenskonzern, das zweitgrößte deutsche Unternehmen überhaupt. In und um München finden sich so bedeutende Firmen wie die Bayerischen Motorenwerke BMW, MAN Nutzfahrzeuge, Daimler-Benz Aerospace DASA, MTU, Krauss Maffei, Osram, Knorr-Bremse. Zahlreiche Unternehmen rund um die Computerbranche machen München zu einem deutschen "Silicon Valley".

Auch die Lebensmittelbranche ist in München von Bedeutung, bekannt sind vor allem die großen Brauereien. Überdies ist München ein wichtiger Messestandort.

Die Rückseite der Medaille des wirtschaftlich starken Münchens sind die hohen Mietpreise, die anhaltende Wohnungsknappheit, hohe Grundstückspreise sowie ein starkes Verkehrsaufkommen in der Stadt.

Nicht nur München kann bedeutende Firmen aufweisen. Ingolstadt zum Beispiel ist Sitz der VW-Tochter Audi und Standort eines großen Erdölraffineriezentrums. Hier münden die Transalpine Ölleitung aus Triest und die Zentrale Europäische Ölleitung CEL aus Genua. Ferner führt von Ingolstadt eine Ölpipeline nach Karlsruhe. In Rosenheim befindet sich der Antennenbau-Marktführer Kathrein-Werke GmbH, Burghausen und Waldkraiburg sind von chemischer Industrie geprägt, in Trostberg ist mit der Viag-Tochter SKW Trostberg ein bedeutendes Unternehmen der Spezialchemie ansässig. In Raubling hat die PWA, eine große Firma für Wertstoffrecycling, Papierprodukte und Kunststoffe ihren Sitz.

Neben Industrie und Dienstleistungsgewerbe spielt in Oberbayern die Land- und Forstwirtschaft nach wie vor eine große Rolle, auch wenn nur etwa 3 Prozent der rund 2 Millionen Erwerbstätigen in Oberbayern in diesem Bereich tätig sind. Es überwiegt der bäuerliche Familienbetrieb. Als regionale Besonderheit wird im Norden Oberbayerns Hopfen angebaut.

Ein wichtiger Erwerbszweig in Oberbayern ist der Tourismus. Als besonders attraktive Fremdenverkehrsregion hält Oberbayern über ein Drittel des bayerischen Anteils am Fremdenverkehr in Deutschland und etwa 9 Prozent am gesamten deutschen Fremdenverkehr. Im Jahr 2000 wurden in Oberbayern rund 9,7Millionen Gästeankünfte und ca. 28,5 Millionen Übernachtungen gezählt, das entspricht einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,9 Tagen pro Gast. Die höchsten Übernachtungszahlen weist die bayerische Landeshauptstadt auf: 2000 zählte München mehr als 7 Millionen Übernachtungen, wobei ein großer Teil auf Geschäftsreisende zurückzuführen ist. Die reizvolle oberbayerische Voralpenlandschaft und die Alpenregion, die oberbayerischen Seen, Klöster und Schlösser ziehen viele Sommer-, aber auch Winterurlauber an. Heilbäder wie Bad Aibling, Bad Endorf, Bad Feilnbach, Bad Reichenhall, Bad Tölz und Bad Wiessee sind Ziel zahlreicher Kurgäste.

Die Arbeitslosenquote des Bezirks Oberbayern war 2000 mit 5 Prozent (Jahresdurchschnitt bezogen auf die abhängig beschäftigten zivilen Erwerbspersonen) die niedrigste aller bayerischen Bezirke.

Oberbayern ist verkehrstechnisch ausgezeichnet erschlossen. Die A 9 führt von München über Nürnberg nach Berlin, sie wird sechsspurig ausgebaut. Die Autobahn A 8 verbindet München mit Österreich und über die A 93 mit Italien, beides sind wichtige Transitstrecken nach Ost- und Südeuropa. Autobahnen führen auch nach Stuttgart (A 8), Garmisch-Partenkirchen (A 95), Landshut (A 92) und Regensburg (A 93). Der Münchner Hauptbahnhof ist der zweitgrößte Deutschlands. Seit 1992 ist der moderne Container- und Umschlagbahnhof München - Riem in Betrieb. Oberbayern besitzt mit dem Flughafen München II "Franz Josef Strauß" im Erdinger Moos nördlich von München den modernsten Flughafen Europas. Er wurde im Mai 1992 in Betrieb genommen, sein Vorgänger, der Flughafen München - Riem, gleichzeitig geschlossen.

Kultur und Bildung

München ist nicht nur der politische und wirtschaftliche, sondern auch der kulturelle Mittelpunkt Oberbayerns. Die Stadtgründung von 1158 geht zurück auf Heinrich den Löwen, der in "Munichen" eine Brücke für den Salztransport bauen ließ, nachdem er die Isarbrücke bei Föhring, die dem Freisinger Erzbischof unterstand, zerstört hatte. Als das Herzogtum Bayern 1180 an die Wittelsbacher gefallen war, machten diese ab 1255 die Stadt zu ihrer Residenz und zum Verwaltungszentrum der Region. Noch vor Ende des 13. Jahrhunderts erhielt das schnell wachsende München einen zweiten Mauerring, der heute noch gut zu erkennen ist: Sendlinger Tor, Karlstor, Isartor. Innerhalb dieses Rings nahm München dann langsam seine prächtige Gestalt an: 1385 wurden die ersten Teile der Residenz erbaut, 1468 war Baubeginn der (zweiten) Frauenkirche, 1479 entstand das Alte Rathaus, ab 1663 wurde die Theatinerkirche errichtet, ab 1751 das Residenztheater. Die weitere Stadtentwicklung prägte zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem Ludwig I., der die Stadt in Richtung Norden erweiterte und ihr mit Hilfe seiner Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner ein "antikes" Gepräge gab: Feldherrnhalle, Siegestor, Ludwigstraße, Odeonsplatz, Königsplatz mit den Propyläen. Ludwigs Sohn Maximilian II. setzte die rege Bautätigkeit seines Vaters fort und ließ die Maximilianstraße, das Maximilianeum und das Alte Nationalmuseum errichten. Ludwig II., der Enkel von Ludwig I., verlagerte seine Bautätigkeit eher nach außerhalb Münchens und errichtete seine Traumschlösser in der "freien" Natur.

Nach der Abdankung der Wittelsbacher nach dem Ersten Weltkrieg versuchte man, politische Träume in München wahr werden zu lassen: Im April 1919 wurde die Münchner Räterepublik ausgerufen, die schon nach wenigen Tagen blutig beendet wurde. Adolf Hitler, der 1913 nach München gegangen war, versuchte hier 1923 gegen die Weimarer Republik zu putschen. Nach der Machterschleichung der Nationalsozialisten 1933 ernannte er München zur "Hauptstadt der Bewegung". Größenwahnsinnige nationalsozialistische Architekturpläne, die glücklicherweise zum großen Teil nicht zur Ausführung kamen, hätten München radikal verändert. Ihren Widerstand in München gegen die Nationalsozialisten bezahlten die Geschwister Scholl 1943 mit dem Leben. Während des Zweiten Weltkriegs wurde München stark zerstört, doch der Wiederaufbau ging schnell vonstatten. Und als knapp dreißig Jahre nach Kriegsende, 1972, die XX. Olympischen Spiele in München unter den futuristischen Zeltdächern der Architektengruppe Günther Behnisch stattfanden, war von den Zerstörungen fast nichts mehr zu bemerken. Spektakuläre moderne Bauten setzten nach und nach Akzente im Stadtbild: etwa der BMW-Büroturm am Olympiagelände, der Hypobau im Arabellapark, die Neue Pinakothek in Schwabing oder das Gasteig-Kulturzentrum in Haidhausen. Als jüngstes, umstrittenes Bauprojekt ist der Neubau der Bayerischen Staatskanzlei am Hofgarten fertiggestellt worden.

München gilt heute als eine schöne, gemütliche, lebenswerte Stadt, in der laut einer Umfrage jeder dritte Deutsche gerne leben würde. München hat schon seit langer Zeit bedeutende Künstler, Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Musiker in seinen Bann gezogen. Von der fast endlosen Liste berühmter Persönlichkeiten, die in München geboren wurden oder dort gewirkt haben, kann hier nur eine dürftige Auswahl gegeben werden: Wilhelm von Occam (Theologe und Philosoph, 1285-1349), Erasmus Grasser (Bildhauer, um 1450-1518), Orlando di Lasso (Komponist, 1530/32-1594), Cosmas Damian Asam (Maler und Baumeister, 1686-1739) und Egid Quirin Asam (Bildhauer und Baumeister, 1692-1750), Johann Michael Fischer (1692-1766), François Cuvilliés (Baumeister, 1695-1768), Ignaz Günter (Bildhauer 1725-1775), Leo von Klenze (Baumeister, 1784-1864), Friedrich von Gärtner (Baumeister, 1792-1847), Carl Rottmann (Maler, 1797-1850), Wilhelm von Kaulbach (Maler, 1805-1874), Franz Schwanthaler (Bildhauer, 1760-1820), Ludwig von Schwanthaler (Bildhauer, 1802-1848), Carl Spitzweg (Maler, 1808-1885), Franz von Lenbach (Maler, 1836-1904), Franz von Stuck (1863- 1928), Wilhelm Leibl (Maler, 1844-1900), Richard Wagner (Komponist, 1813-1883), Richard Strauss (Komponist, 1864-1949) usf. Besonders viele Künstler zog Schwabing um die Jahrhundertwende und während der Weimarer Republik an: insbesondere Maler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke und Alfred Kubin sowie Schriftsteller wie Rainer Maria Rilke, Franz Wedekind, Franziska Gräfin zu Reventlow, Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Bert Brecht, Oskar Maria Graf ...

München besitzt fast 60 Theater, darunter die Bayerische Staatsoper, das Residenztheater, das Jugenstiltheater Münchner Kammerspiele und das Deutsche Theater, sowie 45 Museen und Sammlungen. Das meistbesuchte Museum Münchens ist das Deutsche Museum (über eine Million Besucher), zu nennen sind ferner die Alte Pinakothek und die Neue Pinakothek, die Staatsgalerie moderner Kunst, die Städtische Galerie im Lenbachhaus, das Bayerische Nationalmuseum, das Stadtmuseum ... Wichtige Ausstellungsgebäude sind das Haus der Kunst und die Villa Stuck. Es gibt rund 80 Kinosäle in der Landeshauptstadt. Ferner drei große Orchester, darunter die renommierten Münchner Philharmoniker.

München ist aber nicht nur wegen seiner Atmosphäre, seinen kulturellen Attraktionen und seiner Wirtschaftskraft ein begehrter Wohnort, vor allem auch das Münchner Umland mit seinem hohen Freizeitwert trägt hierzu bei:

Beliebte Ausflugsziele im Süden der bayerischen Landeshauptstadt sind neben dem Ammersee, Starnberger See, Staffel-, Kochel-/Walchen- und Tegernsee und dem Isartal der Fremdenverkehrsort Garmisch-Partenkirchen mit der Zugspitze, die Heilbäder Bad Tölz und Bad Wiessee sowie die Klöster Andechs (bedeutende Wallfahrtskirche) und Ettal (1330 gegründet, heutige Klosterkirche 1745-52 errichtet) und das SchlossLinderhof (ab 1874 im Auftrag König Ludwig II. erbaut).

Die drittgrößte oberbayerische Stadt, Rosenheim, bildet als wichtiges Industrie- und Einkaufszentrum und bedeutender Verkehrsknotenpunkt der Region das Eingangstor zum Chiemgau. Hinter den in Inn-Salzach-Bauweise errichteten Fassaden des Max-Josef-Platzes erhebt sich der markante Turm der Pfarrkirche St. Nikolaus. Sehenswert sind das Heimatmuseum im Mittertor, das Holztechnische Museum und das Museum zur Innschiffahrt. Im modern ausgebauten Ausstellungsgebäude "Lokschuppen" finden regelmäßig große Ausstellungen statt.

Im Inntal südlich von Rosenheim liegen links und rechts des Flusses hübsche Dörfer (Neubeuern, Brannenburg, Flintsbach, Oberaudorf, Kiefersfelden), der Wendelstein und andere Berge laden Wanderer und Bergsteiger ein.

Im Osten Rosenheims liegen der Simssee und das "bayerische Meer", der Chiemsee. Ziel ungezählter Touristen sind jeden Sommer Schloss Herrenchiemsee auf der gleichnamigen Insel, das Ludwig II. als "bayerisches Versailles" ab 1878 erbauen ließ (allerdings musste der Bau 1885 wegen Geldmangels vorzeitig eingestellt werden) sowie die Insel Frauenchiemsee mit der sehenswerten Benediktinerinnen-Klosterkirche St. Maria und der Torkapelle St. Michael und St. Nikolaus, beide teilweise aus karolingischer Zeit.

Im Süden des Chiemsees trifft man auf so bekannte Urlaubsorte wie Aschau (mit dem Schloss Hohenaschau), Marquartstein, Unterwössen, Reit im Winkel, Schleching, Ruhpolding und Inzell. Fährt man vom Chiemsee Richtung Salzburg passiert man Traunstein und Teisendorf und gelangt dann, nach Süden abbiegend, ins Berchtesgadener Land. Hier finden sich die bedeutenden Kur- und Fremdenverkehrsorte Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Die Region hat Natur-Attraktionen zu bieten wie den Nationalpark Berchtesgaden, den Königssee mit St. Bartholomä, den Watzmann mit seiner bei Kletterern berühmten Ostwand, die Schellenberger Eishöhle, Almbachklamm oder den Gletschergarten bei Inzell. Von der früheren Bedeutung der Salzproduktion im Berchtesgadener Land zeugen heute noch das Berchtesgadener Salzbergwerk, die Alte und Neue Saline in Bad Reichenhall sowie der Soleleitungsweg auf den Spuren der Soleleitung von Berchtesgaden nach Bad Reichenhall und Traunstein bzw. Rosenheim.

Im Norden schließt sich ans Berchtesgadener Land der Rupertiwinkel mit dem Kloster Höglwörth am gleichnamigen See, dem hübschen Dorf Anger sowie der Stadt Laufen an der Salzach an. Die Salzach abwärts folgt Tittmoning und Burghausen - alle drei zuletzt genannten Städte mit hübschen Marktplätzen im Inn-Salzach-Stil. Burghausen wird überragt von der längsten Burganlage Deutschlands. Ihre Blüte erlebte die 1100 Meter lange Burg im 14. Jahrhundert. Weitere bedeutende Städte im Nordosten Oberbayerns sind Altötting, einer der ältesten und berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt, Mühldorf am Inn, Neumarkt St. Veit und Trostberg. Südlich von Trostberg liegt Baumburg mit dem ehemaligen Kloster, zu dem der Ort Trostberg lange Zeit gehörte. Die Pfarrkirche St. Margarethen ist sehenswert. Bereits wieder näher an München liegt Wasserburg am Inn. Die schön in einer Innschleife gelegene, durch die Salzschiffahrt reich gewordene Stadt, bietet noch heute ein hübsches Stadtbild mit der Burg, dem alten Rathaus und drei sehenswerten Kirchen. Es gibt ein Heimatmuseum und das Erste imaginäre Museum mit Nachschöpfungen berühmter Gemälde.

In der Nähe des neuen Münchner Flughafens im Norden der Landeshauptstadt liegen Erding und Freising. Die Domstadt Freising mit dem gewaltigen Dom St. Maria und St. Korbian auf dem Domberg war über ein Jahrtausend das geistige Zentrum des südlichen Altbayerns. Der Dom wurde über Vorläuferkirchen ab 1160 als eine romanische Pfeilerbasilika erbaut. Die heutige barocke Innenausstattung der Kirche wurde von den Gebrüdern Asam 1724 geschaffen. Das Diözesanmuseum am Domberg zeigt wertvolle gotische und barocke Skulpturen und Gemälde. Ebenfalls auf dem Domberg liegt die ehemalige fürstbischöfliche Residenz.

Im unmittelbaren Norden Münchens befinden sich in Oberschleißheim das Alte, das prächtige Neue Schloss (ab 1704) und das Schlösschen Lustheim (1684-87) mit einer Porzellansammlung. In Dachau errichteten die Nationalsozialisten 1933 ihr erstes Konzentrationslager. Daran erinnern eine Gedenkstätte und ein Museum in den Gebäuden des ehemaligen Konzentrationslagers. Dachau besitzt eine malerische Altstadt mit der Pfarrkirche St. Jakob und ein Schloss.

Im nördlichsten Teil Oberbayerns liegt an der Donau die zweitgrößte Stadt des Bezirks, Ingolstadt. Sie wurde bereits im 6. Jahrhundert gegründet und erlebte ihre Blüte im 15. Jahrhundert: Herzog Ludwig der Gebartete errichtete das Liebfrauenmünster und das Neue Schloss und Herzog Ludwig der Reiche gründete hier 1472 die erste bayerische Landesuniversität, an der unter anderen der bedeutende Humanist Konrad Celtis unterrichtete. Mit der Verlegung der Universität nach Landshut (1800) und später nach München (1826) verlor Ingolstadt an kultureller Bedeutung. Bereits im 13. Jahrhundert befestigt, wurde Ingolstadt im 16. Jahrhundert zur stärksten Bastionsstadt Süddeutschlands ausgebaut. Neben dem Liebfrauenmünster, der Minoritenkirche, der Stadtpfarrkirche St. Moritz und der Asamkirche Maria Viktoria sind das Alte und das Neue Schloss sehenswert. Im Neuen Schloss befindet sich das Bayerische Armeemuseum, in der Alten Anatomie ist das Deutsche Medizinhistorische Museum untergebracht.

Noch nördlicher liegt Eichstätt, das früher zum Bezirk Mittelfranken gehörte, und erst seit 1972 beim Bezirk Oberbayern ist. Die Entwicklung der Dom- und Universitätsstadt an der Altmühl steht unter dem Zeichen der katholischen Kirche, seit der heilige Willibald 741 das Bistum Eichstätt gründete. Das Stadtbild wird geprägt von dem reich ausgestatteten Dom mit einem sehr schönen Kreuzgang, zahlreichen anderen Kirchen und Kapellen, der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz und dem Wahrzeichen der Stadt, der Willibaldsburg. Nachdem Eichstätt im Dreißigjährigen Krieg fast ganz zerstört worden war, wurde es in barockem Stil wieder aufgebaut, was heute dem Stadtbild ein einheitliches, sehenswertes barockes Gepräge verleiht. In der Willibaldsburg sind das Juramuseum (Versteinerungen) und das Ur- und frühgeschichtliche Museum untergebracht. Ferner gibt es das Diözesanmuseum. Die seit 1980 bestehende Katholische Universität Eichstätt ging aus dem 1564 gegründeten Collegium Willibaldinum hervor.

Weitere erwähnenswerte Städte im Norden Oberbayerns sind das schön an der Donau gelegene Neuburg mit seinem Schloss und der ehemaligen Hofkirche Unserer Lieben Frau, Schrobenhausen mit dem Geburtshaus Franz von Lenbachs sowie Pfaffenhofen an der Ilm.

Im Westen Münchens liegt Fürstenfeldbruck, das mit der ehemaligen Zisterzienserabteikirche Mariä Himmelfahrt (ab 1701) eine der bedeutendsten Kirchen Bayerns besitzt. Die Gründung Landsbergs am Lech geht wie München auf Heinrich den Löwen zurück, der hier 1160 eine Burg errichten ließ. Die Stadt besitzt sehenswerte Kirchen, Tore der Stadtbefestigung und Türme. Weitere größere Städte im Südwesten Oberbayerns sind Schongau und Weilheim. Im Norden von Weilheim befindet sich die Erdfunkstelle Raisting, ein Zentrum der internationalen Satellitenkommunikation (Ferngespräche, Rundfunk- und Fernsehübertragungen). Im Pfaffenwinkel liegen die Klöster Steingaden, Rottenbuch, Wessobrunn, Polling und Ettal. Bei Steingaden liegt die sogenannte "Wieskirche", die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland, die ein weltberühmtes Gnadenbild enthält. Sie wurde in vollendetem Rokoko unter der Leitung von Dominikus Zimmermann ab 1745 erbaut und zählt zu den sehenswertesten Kirchen Bayerns.

Für die Ausbildung des Nachwuchses in Oberbayern sorgen 853 Volksschulen, 117 Volksschulen für Behinderte, 103 Realschulen, 4 Realschulen für Behinderte, 2 Abendrealschulen, 142 Gymnasien, ein Abendgymnasium, 2 Kollegs und 7 freie Waldorfschulen (Stand: Herbst 2000). Folgende Schulen widmen sich der beruflichen Ausbildung in Oberbayern: 66 Berufsschulen, 13 Berufsschulen für Behinderte, 177 Berufsfachschulen, 86 Fachschulen, 18 Fachoberschulen, 14 Berufsoberschulen und 26 Fachakademien. In Oberbayern gibt es zwei Universitätsstädte: In München sind zirka 40 000 Studenten an der Ludwig-Maximilians-Universität immatrikuliert, an der Technischen Universität studieren etwa 14 500 Studenten, an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg rund 2300 und an der Hochschule für Politik 475 (Zahlen für das SS 2001). Ferner kann man in München an der Hochschule für Philosphie, der Akademie der Bildenden Künste und an der Hochschule für Musik und Theater sowie der Hochschule für Fernsehen und Film studieren. In Eichstätt gibt es eine Katholische Universität mit 3700 Studenten. Fachhochschulen gibt es in Ingolstadt (970 Studenten), München (11 000), Rosenheim (3000 Studenten) und in Weihenstephan (2660). München weist außerdem eine Stiftungsfachhochschule mit 1400 Studenten sowie die Europäische Betriebswirtschafts-Akademie mit 130 Studenten auf.

Dass Oberbayern ein Zentrum von Forschung und Wissenschaft in Deutschland ist, zeigen auch zahlreiche hier beheimatete Forschungsinstitutionen und Großforschungeinrichtungen: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (Sitz in München), Max-Planck-Institut (MPI) für Plasmaphysik, MPI für Astrophysik, MPI für extraterrestrische Physik, MPI für Quantenoptik (alle Garching bei München; dort wird außerdem der neue Forschungsreaktor FRM II der Technischen Universität München gebaut), MPI für Biochemie (Martinsried bei München), MPI für Psychiatrie (München), MPI für Verhaltenspsychologie (Seewiesen bei Starnberg), MPI für ausländisches und internationales Patent -, Urheber- und Wettbewerbsrecht (München), Max-Planck-Gesellschaft für psychologische Forschung (München), Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Sozialrecht (München), Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (Oberpfaffenhofen), Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (Sitz in München), Fraunhofer-Institut (FI) für Festkörpertechnologie (München), FI für Lebensmitteltechnologie und Verpackung (München), FI für Atmosphärische Umweltforschung (Garmisch-Partenkirchen), Patentstelle für die Deutsche Forschung der Fraunhofer- Gesellschaft (München), Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GSF (Neuherberg). München verfügt ferner über bedeutende Bibliotheken wie etwa die Bayerische Staatsbibliothek mit einem Bestand von rund 9 Millionen Bänden; in Garching befindet sich eine moderne Speicherbibliothek.


Der Bezirk und seine Tätigkeiten

Dem Bezirkstag des Bezirks Oberbayern gehören 65 Bezirksräte an.1998 wurde der Bezirkstag gleichzeitig mit dem Bayerischen Landtag neu gewählt. Die CSU stellt seither 35 und die SPD 18 Bezirksräte, Bündnis 90/DieGrünen entsenden 5, die Republikaner 2 und die Freien Wähler ebenfalls 2 Bezirksräte, die Bayernpartei verfügt ebenso über einen Bezirksrat wie die FDP und die ÖDP. Die Bezirksräte versehen ihre Aufgabe ehrenamtlich. Der Bezirkstagspräsident, gegen eine Entschädigung von mehreren tausend Mark ebenfalls ehrenamtlich tätig, wird für fünf Jahre vom Bezirkstag gewählt. Der Bezirkstagspräsident von Oberbayern ist derzeit Franz Jungwith (CSU).

Das Volumen des Verwaltungshaushalts des Bezirks beträgt 2001 insgesamt rund 2,03 Mrd. DM, das des Vermögenshaushalts etwa 160 Millionen DM.

Der größte Teil der Bezirkseinnahmen stammt aus der Bezirksumlage, die die Landkreise und kreisfreien Städte entrichten. Weitere Einnahmen ergeben sich in Form von staatlichen Zuwendungen, vor allem als Investitionszuschüsse, im Krankenhausbereich und durch Ausgleichsmittel auf dem Sozialhilfesektor. Ferner nimmt der Bezirk auch Gebühren für die Benutzung seiner Einrichtungen ein.

Der Bezirk Oberbayern wird in folgenden Bereichen tätig:

Soziale Sicherung

Der größte Teil der Bezirksausgaben fließt 2001 mit rund 1,82 Mrd. DM in den Bereich Soziales: Dieses Geld wurde vor allem zur Hilfe für die Pflege von Senioren und Behinderten in Pflegeheimen bereitgestellt.

Gesundheitswesen

Der Bezirk Oberbayern unterhält im Gesundheitssektor vor allem Einrichtungen zur Behandlung psychisch Kranker u.a.:


Das Bezirkskrankenhaus Haar - Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie einschließlich Atriumhaus in München - ist mit rund 1300 Betten (1997) die größte Einrichtung des Bezirks Oberbayern und zugleich das größte Bezirkskrankenhaus Bayerns. Die Klinik umfaßt rund 130 Gebäude, die zwischen 1905 und 1912 im Pavillonstil auf einem 95 Hektar großen Areal gebaut wurden. Das Bezirkskrankenhaus wurde in den letzten Jahren in Richtung Dezentralisierung der Betreuung und kleinere, überschaubarer Organisationseinheiten umstrukturiert.

Das Bezirkskrankenhaus Gabersee bei Wasserburg am Inn ist ebenfalls ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Hier stehen 618 Betten für den Akutbereich der Psychiatrie, für die Neurologie, für strafrechtlich untergebrachte Patienten sowie für Langzeitpatienten zur Verfügung. In der angeschlossenen tages- und nachtklinischen Abteilung Rosenheim gibt es 46 Plätze.

Das Bezirkskrankenhaus Taufkirchen an der Vils ist für die psychiatrische Versorgung der Landkreise Erding und Freising zuständig. Ursprünglich vor allem mit älteren Langzeitpatienten aus den Bezirkskrankenhäusern Haar und Gabersee belegt, entwickelt es sich immer mehr zu einem psychiatrischen Akutkrankenhaus. Es stehen 226 Betten zur Verfügung.

Das Freizeitheim Brandstetter Hof im Chiemgau nimmt Langzeitpatienten aus den Bezirkskrankenhäusern Haar, Gabersee und Taufkirchen für mehrere Wochen auf, um sie so auf eine selbstständige Lebensführung außerhalb der Klinik vorzubereiten.

Die Heckscher-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in München gehört zu den ältesten und größten kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken Deutschlands. Sie besitzt 108 Therapieplätze bzw. Betten. Die Spezialabteilung für sprachentwicklungsgestörte Kinder mit seelischen Problemen des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie wurde 1991 von der Heckscher-Klinik übernommen. Die Einrichtung einer jugendpsychiatrischen Abteilung auf der Rottmannshöhe am Starnberger See (48 Betten) und eine therapeutische Wohngruppe Mitte der achtziger Jahre trugen zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung Jugendlicher bei.

In der Drogenklinik Uhlandstraße in München stehen für längerdauernde Entwöhnungsbehandlungen (bis zu vier Monate) 28 Akutbetten zur Verfügung. Für 50 Patienten können ambulante Behandlungen angeboten werden.

Das Kinderzentrum in München/Großhadern, eine gemeinsame Einrichtung des Bezirks Oberbayern, der Aktion Sonnenschein e.V., der Ludwig- Maximilians-Universität München und der Deutschen Akademie für Entwicklungs-Rehabilitation e.V., dient der Behandlung und Förderung körperlich und geistig behinderter Kinder. Dafür stehen die Klinik für Entwicklungs-Rehabilitation mit einer Kinderstation und einer Eltern-Kind-Station, das Sozialpädiatrische Zentrum, drei Montessori-Schulen, zwei Montessori-Kindergärten und eine heilpädagogische Tagesstätte zur Verfügung (zusammen 6500 Plätze und 40 Betten). Dem Kinderzentrum ist der Lehrstuhl für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin der Universität München angegliedert.


Überdies ist der Bezirk Oberbayern noch am Behandlungszentrum für Multiple Sklerose in Kempfenhausen und an der psychiatrischen Abteilung am Klinikum Ingolstadt, an der dazugehörigen Tagesklinik und dem Pflegeheim Ingolstadt beteiligt.


Kultur- und Heimatpflege

Um seine Aufgaben in der Kultur- und Heimatpflege zu erfüllen, beschäftigt der Bezirk Oberbayern einen Bezirksheimatpfleger, zu dessen Tätigkeitsfeld es unter anderen gehört, in Fragen von Trachten, Brauchtum, Architektur, Denkmalpflege usw. zu beraten, auch ist er Ansprechpartner für Lehrer, die für den Heimatkundeunterricht Unterlagen und Informationen über Museen, Ausstellungen und Exkursionsmöglichkeiten benötigen. Der Volksmusikpfleger des Bezirks versucht, die oberbayerische Volksmusiktradition zu beleben, indem er etwa altes Liedgut sammelt, eine Zeitschrift herausgibt, Singstunden durchführt oder Lehrerfortbildungsveranstaltungen zum Thema anbietet. Seit 1985 unterhält der Bezirk Oberbayern auch das Volksmusikarchiv in Bruckmühl. Der Bezirk Oberbayern fördert finanziell Projekte der Denkmalpflege, Heimatmuseen und Heimathäuser, die Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände, den Sport im Bezirk sowie die Theater-, Konzert und Musikkultur, etwa das Athoner Theater in München, den Musikbund von Ober- und Niederbayern und die Konzertreihen Musiksommer zwischen Inn und Salzach und Musik im Pfaffenwinkel. Der Bezirk vergibt außerdem jährlich den mit je 5000,- Mark dotierten Oberbayerischen Kulturpreis an zwei Bürger, die sich um das kulturelle Leben in Oberbayern verdient gemacht haben. Alle zwei Jahre werden die Oberbayerischen Kulturtage durchgeführt.
Der Bezirk Oberbayern ist Träger des Freilichtmuseums an der Glentleiten, das traditionelles Wohnen und Wirtschaften, Handwerk und Gewerbe anhand von historischen Bauten dokumentiert, sowie des Bauernhausmuseums Amerang. Neben anderen Institutionen finanziert der Bezirk Oberbayern auch das Museum im Schafhof Freising mit, das im Juni 1994 eingeweiht wurde. Es zeichnet die Entwicklung der Landwirtschaft in Bayern in den letzten 200 Jahren nach. Ferner ist der Bezirk beteiligt am Holztechnischen Museum Rosenheim, Holzknechtmuseum Ruhpolding, Zweckverband Freilichtmuseum Donaumoos/Kolonistenhäuser und am Hopfenmuseum Wolnzach. Einen finanziellen Zuschuss leistete der Bezirk auch für den Aufbau des Museums "Wald und Umwelt" in Ebersberg.


Bildung und Ausbildung

Der Bezirk Oberbayern unterhält in diesem Bereich folgende Einrichtungen:

Im Berufsbildungswerk für Hör- und Sprachgeschädigte des Bezirks Oberbayern in München und der angegliederten Sonderberufsschule werden gehörlose, schwerhörige und sprachbehinderte Jugendliche in 15 anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet. Das Bildungswerk bietet 230 Ausbildungsplätze. Ein hauseigener Sozialdienst sowie ein psychologischer Dienst betreuen die Jugendlichen während ihrer Ausbildung.

In der Schule für Schwerhörige in Johanneskirchen werden rund 170 Schüler in der Grund- und Hauptschulstufe unterrichtet. Auch gibt es hier schulvorbereitende Kurse für schwerhörige Kinder.

Ebenfalls in Johanneskirchen befindet sich die Schule zur individuellen Sprachförderung (Hauptschule) für sprachbehinderte Kinder. 2000 wurden hier rund 260 Jugendliche unterrichtet.

Für Kinder und Jugendliche, die stationär oder ambulant in der Heckscher-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden, steht die Schule an der Heckscher-Klinik mit ihrem Stammhaus in der Heckscherstraße (München) mit 72 Schulplätzen und den Abteilungen Rottmannshöhe (33 Schulplätze) und Solln (25 Schulplätze) zur Verfügung. Es werden Grund- und Hauptschüler unterrichtet.

Die Körperbehindertenschule Ingolstadt (Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule) hat die Aufgabe, körperbehinderte Kinder und Jugendliche, die eine "normale" Grund- und Hauptschule nicht besuchen können, zu unterrichten und zu fördern. Es werden rund 110 Kinder unterrichtet.

Die Berufsfachschule und Fachschule für Schreiner und Holzbildhauer und die Fachakademie für Holzgestaltung in Garmisch-Partenkirchen bilden Schreiner- und Holzbildhauer aus und weiter. Eine Fachakademie zur Ausbildung von Restauratoren ist in Planung.

Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Landsberg am Lech gliedern sich in die Sektoren Staatliche Fachakademie für Landwirtschaft, Fachrichtung Landbau (1994 ausgelaufen); Staatliche Technikerschule für Landwirtschaft, Fachgebiet Agrarinformatik; Staatliche Ausbildungsstätte für landwirtschaftlich-technische Assistenten mit den Fachrichtungen Milchwirtschaft und Agrarwirtschaft; Staatliche Höhere Landbauschule, Abteilung Landmaschinentechnik und Abteilung Haushaltstechnik; Versuchsfeld und Lehrbienenstand. Neue Ausbildungszweige mit aktualisierten Zielsetzungen sollen das Programm dem Strukturwandel in der Landwirtschaft anpassen.

1993 wurde das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern Kloster Seeon eröffnet. Es ist in einer ehemaligen, auf einer kleinen Insel im Seeoner See nördlich des Chiemsees liegenden Benediktinerabtei untergebracht. Das Bildungszentrum dient vor allem der Fortbildung von Bezirksbediensteten, darüber hinaus steht es aber auch Bildungsveranstaltungen öffentlicher und privater Träger zur Verfügung. Es finden Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt.

Darüber hinaus ist der Bezirk Oberbayern am Sehbehindertenzentrum Unterschleißheim beteiligt, das sehbehinderten Kindern eine vollwertige schulische Ausbildung ermöglicht, sowie an der Holzschnitzerschule Berchtesgaden. Ferner sind den Bezirkskrankenhäusern meist auch Berufsfachschulen für Krankenpflege angegliedert.


Wasserwirtschaft

Zu den Aufgaben der Bezirke zählt es, die Gewässer II. Ordnung, also kleinere Flüsse und größere Bäche, zu unterhalten, auszubauen bzw. zu renaturieren und zu pflegen. In die entsprechende Zuständigkeit des Bezirks Oberbayern fallen 47 Flüsse, Bäche und Flutkanäle mit einer Länge von insgesamt etwa 870 Kilometern. Der Bezirk ist bezüglich der Gewässer II. Ordnung auch für den Hochwasserschutz zuständig. Für die Unterhaltung und den Ausbau von Gewässern III. Ordnung werden vom Bezirk Zuschüsse an die Gemeinden und Verbände gezahlt.

Wirtschaftsförderung

Der Bezirk Oberbayern fördert die Wirtschaft in Oberbayern nicht nur über seine Einrichtungen zur Ausbildung und Bildung, sondern beispielsweise auch über seine Fachberater für Imkerei und Fischerei. Sie beraten Interessenten in den Belangen der Bienenzucht bzw. des Fischereiwesens. Ferner unterstützt der Bezirk die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Oberbayern und ist an Energieversorgungsunternehmen beteiligt.

Kontakte zu anderen europäischen Regionen

Im Sinne eines Europa der Regionen pflegt der Bezirk Oberbayern seit 1989 eine Partnerschaft mit dem französischen Departement Alpes- Maritimes. Ziel ist die Zusammenarbeit und der Austausch in Bereichen wie Kultur, Gesundheitswesen, Denkmalpflege.


Kontakt
Bezirk Oberbayern
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Postanschrift:
80535 München
Telefon: 089/2198-01
Fax: 089/2198-1190
E-Mail
 

Quellennachweis
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Der Fremdenverkehr in Bayern im Dezember und im Jahre 2000. München März 2001.
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Studenten an den Hochschulen in Bayern. Sommersemester 2001. München September 2001.
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch für Bayern 2000. München 2000.
Der Bezirk Oberbayern. 1990-1994 (hrsg. v. Bezirk Oberbayern). München 1994.
Bezirk Oberbayern. Die Entwicklungen des Bezirks Oberbayern. o.J.
Bezirk Oberbayern (Zahlenspiegel). Der Bezirk Oberbayern stellt sich vor (hrsg. von der Presse- und Informationsstelle des Bezirks Oberbayern). München 2001.
Gerhard Eckert: Oberbayern. Köln 1988.
Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern: Bericht 96. München 1997.
Marianne Mehling (Hg.): Knaurs Kulturführer in Farbe München. München 1991.
Marianne Mehling (Hg.): Knaurs Kulturführer in Farbe Oberbayern. München 1982.
Rainer A. Roth: Freistaat Bayern - Politische Landeskunde. München 2000 (Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit).

 

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