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Der Kanton Nidwalden ist ein Kanton im Zentrum der Schweiz.

Geographie

Nidwalden ist ein überschaubarer Kanton mit elf Gemeinden im Herzen der Schweiz. Im Norden durch den Vierwaldstättersee und in allen anderen Richtungen durch markante Höhenzüge begrenzt, ist dieser optimal erschlossene Kanton flächen- und bevölkerungsmässig überschaubar, mit eigenständigen Gemeinden und einer vielfältigen Kultur.



Die Lage
© Wikipedia


 

Wirtschaft
Die Nidwaldner Volkswirtschaft ist geprägt durch eine Vielzahl von kleinen und mittelgrossen Unternehmungen aus verschiedensten Branchen. Der grösste Arbeitgeber mit rund 850 Beschäftigten ist die PILATUS Flugzeugwerke AG gefolgt vom Marktforschungsinstitut IHA/GfM mit rund 400 Mitarbeitern. Beide Unternehmungen sind auf internationalen Märkten erfolgreich tätig. Verschiedene weitere kleine und mittlere Unternehmungen sind in unterschiedlichsten Branchen tätig. So etwa im Bereich des Spezialmaschinenbaus, der Medizinaltechnik, im internationalen Handel, im Bereich der Optik und Elektronik sowie in der Oberflächenbearbeitung, um nur einige Beispiele zu nennen. Die günstigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft haben die wirtschaftliche Entwicklung auch in Zeiten schwacher Konjunktur begünstigt. Neben den kurzen Wegen zu Behörden und Verwaltung spielt das interessante Steuerklima eine wesentliche Rolle. Die zentrale Verkehrslage in Europa begünstigt die Aktivitäten international orientierter Unternehmungen. Bedeutsam sind zudem auch das traditionelle Bauhaupt- und -nebengewerbe und dort im Besonderen die holzverarbeitenden Betriebe. Auch die Landwirtschaft, welche auf Milch- und Fleischproduktion spezialisiert ist und mit ihren Familienbetrieben die Landschaft prägt, ist ein Bestandteil der Nidwaldner Wirtschaft.
 

Tourismus
Die günstige geografische Lage des Kantons Nidwalden macht den Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsträger. Der Vierwaldstättersee und die Berge ermöglichen im Sommer wie im Winter ein breites Freizeit- und Ferienangebot. Die Seegemeinden verfügen über eine Vielzahl von Wassersportmöglichkeiten und die Voralpen sind mit Bergbahnen gut erschlossen. Die Ausflugs- und Ferienziele sind bequem, schnell und individuell erreichbar. Sei es der Erlebnisberg Klewenalp, der Blumenberg Stanserhorn, der Titlisgletscher, die voralpine Region Bannalp, der mondäne Bürgenstock mit dem welthöchsten Aussenlift zur Hammetschwand oder die Sommerbobs auf Wirzweli. Der Kanton Nidwalden offeriert eine Fülle von Naturschönheiten, Sportmöglichkeiten und Erlebnisangeboten. Mit dem Einbezug von lokalen Besonderheiten wie der Bähnli-Safari, der Glasi Hergiswil oder "Schlafen im Stroh" werden Zeichen zur Umsetzung eines sanften Tourismus gesetzt.


 

Geschichte

Das alte Nidwalden
1291 schlossen die Talleute von Uri, Schwyz und Nidwalden ein Bündnis, das zur Bildung der Eidgenossenschaft führen sollte. Freilich waren damals noch fast keine staatlichen Strukturen vorhanden. Diese begannen sich erst zu entwickeln und erreichten gegen Ende des 14. Jahrhunderts sowohl auf regionaler wie auf kommunaler Ebene einen Stand, der bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft höchstens noch marginal verändert worden ist: Alle politischen Gewalten (wie Landsgemeinde, Landrat, Wochenrat, obrigkeitliche Herren, Gerichte, dörfliche Ürten und Kirchgemeinden) waren nun institutionalisiert. Schritt mit diesem Aufbau hielt die Ausbildung des Territoriums mit dem Zurückdrängen der Feudalrechte Landsfremder und der Annexion der Engelberger Alpen.

Ob- und Nidwalden bildeten jedoch nie eine politische Einheit. Nidwalden trat 1291 allein mit Uri und Schwyz in den Bund ein (Obwalden kam erst später hinzu). Verschiedene Wege ging man auch beim Aufbau der Staatsstrukturen. Einzig zur Beratung wichtiger gemeinsamer Interessen rief man im 14. und im 15. Jahrhundert bisweilen die Landleute aus beiden Talschaften zusammen. Später unterblieb auch das, soweit hatte man sich auseinandergelebt, dass man lieber mit den Urnern, Schwyzern oder Luzernern gemeinsame Sache machte als miteinander. So galt Nidwalden bei den politischen Auseinandersetzungen nach den Burgunderkriegen, die im Stanser Verkommnis 1481 ihr Ende fanden, als neutral, während Obwalden als Parteigänger angesehen wurde. Oder Nidwalden eroberte mit Uri und Schwyz allein die ennetbirgischen Vogteien Bellinzona, Riviera und Blenio im Tessin.

Das Nidwaldner Selbstverständnis war in hohem Masse religiös bestimmt. Die Stellung der Kirche war stark, das christliche Nidwalden eine Realität. Der berühmteste Nidwaldner Staatsmann Landammann Melchior Lussi vertrat gar die gesamte Innerschweiz am Konzil von Trient und war massgebend an der Erneuerungsbewegung beteiligt. Es erstaunt darum nicht, dass die Reformen der katholischen Kirche hier auf fruchtbaren Boden fielen.

Wirtschaftlich blieb Nidwalden bis ins 20. Jahrhundert ein Agrarland. Vieh und Hartkäse wurden vor allem nach Oberitalien ausgeführt. Obwohl das Land schon im Spätmittelalter die Bevölkerung nicht ernähren konnte, entstand nur im Rotzloch eine kleine Industriezone. Solddienste und später Auswanderungen ins Elsass, nach Württemberg, später auch nach Preussen, Russland und Übersee trugen zur Linderung des Bevölkerungsdruckes bei.


Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren noch über 95 Prozent der ansässigen Bevölkerung Landleute und mehr als 85 Prozent wohnten in jener Gemeinde, in der sie das Bürgerrecht besassen. Die Ideen der französischen Revolution fanden deshalb hier nur wenig Anhänger. Der überwiegende Teil besass an der Landsgemeinde und in den Ürteversammlungen Mitspracherechte, von denen man andernorts nur träumen konnte. Nidwalden lehnte in der Folge die Helvetische Verfassung ab, deren Bestimmungen ideell zwar zukunftsweisend waren, in der Realität aber für die meisten Landesbewohner einen politischen Rückschritt bedeuteten. Die Ablehnung musste Nidwalden am 9. September 1798 mit dem Niedermetzeln von über 400 Personen durch französische Truppen und der willkürlichen Zerstörung von mehreren hundert Gebäuden schwer bezahlen.

Das moderne Nidwalden
Nach dem Sturz Napoleons erfolgte in Nidwalden ab 1814 die weitgehende Wiederherstellung der Zustände vor 1798. Erst mit der Verfassung von 1877 begann man hier, behutsam neue Wege zu gehen. Schritt für Schritt gelang nun das Schaffen ausgewogener Strukturen. Mit der Verfassung von 1965 erhielt Nidwalden die modernste Kantonsverfassung der Schweiz und leitete damit Totalrevisionen auch in anderen Ständen ein. Die starke Stellung der Gemeinden blieb erhalten. Gleichzeitig erhielt der Regierungsrat als oberstes Exekutivorgan des Kantons echte zentrale Kompetenzen. Die Landsgemeinde als höchste kantonale Gewalt, 1965 noch fest verankert, wurde 1997 abgeschafft, 600 Jahre nach ihrer ersten Erwähnung zu Wil an der Aa.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bekamen Industrie, Handel, Gewerbe und Tourismus einen steigenden Stellenwert. Trotzdem behielten Land- und Alpwirtschaft bis nach dem zweiten Weltkrieg ihre das öffentliche Leben prägende Stellung. Industrie und Grosskapital begünstigende Steuergesetze (1921, 1935 und 1938), das Erstellen eines kantonseigenen Elektrizitätswerkes (1934), der Ausbau des Strassen- und Schienennetzes (1954) führte zu einer markanten Beschleunigung der technischen und sozialen Entwicklung. Ein starkes Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft sind die positiven Folgen, führen aber auch zu immer neuen Problemen. Sie zu lösen wird eine ständige Aufgabe von Kanton und Gemeinden sein.

 

Politik
Nidwalden ist innerhalb des Bundesstaates ein Halbkanton, mit allen Rechten und Pflichten eines Vollkantons, jedoch nur mit einem Vertreter im Ständerat. Seine Stimme zählt im Bundesstaat zwar nur als halbe Stimme, doch schmälert dies die Eigenstaatlichkeit und Souveränität keineswegs. Die überschaubaren Verhältnisse erleichtern die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit und ermöglichen noch immer den direkten Kontakt zwischen Bevölkerung und Behörden.

Im Parlament mit 60 Sitzen haben die bürgerlichen Parteien Christliche demokratische Volkspartei (CVP) mit 24 Sitzen und die Freisinnig- Demokratische Partei (FDP) mit 19 Sitzen die Mehrheit. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) mit sieben Sitzen, das Demokratische Nidwalden (DN) mit sieben Sitzen und die Sozialdemkratische Partei (SP) mit zwei Sitzen sowie einem parteilosen Vertreter komplettieren den Landrat.

Der Regierung gehören vier Mitglieder der CVP, zwei Mitglieder der FDP sowie ein Vertreter des DN an.


 

Bildung und Kultur
Der Kanton Nidwalden verfügt über ein zeitgemässes Bildungsangebot. In den Gemeinden werden Kindergarten, Primarschule und Orientierungsstufe angeboten. Der Kanton führt in Stans eine Mittelschule, ein Berufs- und Weiterbildungszentrum mit kaufmännischer, gewerblicher und landwirtschaftlicher Berufsschule sowie eine Heilpädagogische Schule. Weiterführende Schulen und Fachhochschulen können im nahen Luzern besucht werden. Zudem sichert eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit den Zugang zu den Schweizer Universitäten, Fachhochschulen und einer Vielzahl weiterer Ausbildungsinstitutionen.

Es läuft viel in Nidwalden. Das kulturelle Leben Nidwaldens ist äusserst vielseitig und aktiv. Zahlreiche Vereine, Jodelclubs und Ländlermusikgruppen pflegen die Volkskultur. Im Bereich der modernen Kultur sticht das Nidwaldner Museum hervor mit seinen vier Ausstellungshäusern für Geschichte (Höfli), für Kultur und Brauchtum (Winkelriedhaus), zur Wehrgeschichte (Festung Fürigen) und für Wechselausstellungen mit aktueller oder alter Kunst (Salzmagazin). Der bildenden Kunst stehen weitere Ausstellungsräume zur Verfügung, etwa die Galerie am Dorfplatz in Stans, die Sust in Stansstad oder die Ermitage in Beckenried. Mit dem Chäslager in Stans besitzt Nidwalden ein Kulturzentrum mit einem abwechslungsreichen Programm - Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Theater und Filmvorführungen. Besonders lebendig ist die Theaterkultur mit Laiengruppen fast in jedem Dorf. Neben der Musikgesellschaft sind zahlreiche Musikvereine und Chöre tätig. Ein herausstechendes Ereignis sind die Stanser Musiktage. Jedes Jahr treten international bekannte Musiker vorab aus dem Jazz vor tausenden von Zuhörern aus der ganzen Schweiz auf.

Im Kanton stehen zahlreiche qualitätsvolle Ausstellungs-, Konzert- und Theaterräumlichkeiten zur Verfügung, in welchen dank grossem Engagement zahlreicher kultureller und kulturinteressierter Vereine und Organisationen ein vielseitiges Angebot bereitsteht, das sich in qualitativer Hinsicht durchaus mit städtischen Massstäben messen lässt.
 

Die Gemeinden
Nidwalden hat 11 politische Gemeinden und elf Schulgemeinden als autonome Körperschaften. Die Autonomie der Gemeinden ist besonders stark ausgeprägt. Im Rahmen der neuen Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden wurde eine funktionell zweckmässige Lösung gesucht, ohne dabei die föderalen Strukturen bzw. das Subsidiaritätsprinzip im Grundsatz in Frage zu stellen. Die Aufgabenteilung folgte im Wesentlichen dem Grundsatz: "Wer zahlt, befiehlt."


Kontakt
Sekretariat Staatskanzlei
Dorfplatz 2
6371 Stans

Tel. 041 618 79 02
 

 

Weblinks

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Landammann Hugo Kayser

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