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Mattighofen ist ein Ort im Bezirk Braunau am Inn in Oberösterreich. Nach dem Stand von 2006 hat Mattighofen 5357 Einwohner. Bei einer Fläche von 5,1 km² entspricht das 997,5 Einwohner / km². Mattighofen ist Katastralgemeinde und Gerichtsbezirk. Die Stadt ist auf dem auslaufenden Sporn eines lang gestreckten, schmalen Hügels zwischen den Flussebenen der Mattig und des Schwemmbaches gelegen. Der bayrisch - österreichische Charakter und der halb italienische Stil des Stadtkerns ist unverkennbar. Bereits bei der Einfahrt bietet sich ein imposantes und beeindruckendes Bild des Stadtplatzes an.
Geographie Mattighofen liegt auf einer Seehöhe von 454m. Die geographischen Koordinaten betragen 48° 06' 24" Breite sowie 13° 08' 58" Länge. Mattighofen hat eine Nord - Süd Ausdehnung von 3.3 km und eine Ost - West Ausdehnung 3 km.
Wald (Landkarte Oberösterreich) 0.7 km² Landwirtschaftliche Nutzung 2.6 km² Baufläche 0.3 km² Gärten 1.1 km² Gewässer 0.1 km² Sonstige Flächen 0.4 km²
Volkszählungs-Landkarten
 Bild: Stadt Mattighofen Dank an Herrn Martin Giebl
Entstehung des Ortsnamens
Von allen Orten des Bezirks hat Mattighofen den ältesten Namen. Die Stadt ist nach der Mattig benannt, dem einzigen Gewässer, das außer den wesentlich größeren Grenzflüssen Inn und Salzach seinen vordeutschen Namen behalten hat. Dies weist auf eine ununterbrochen weiter bestehende Tradition von Bewohnern hin. Die Stadt auf dem auslaufenden Sporn eines lang gestreckten, schmalen Hügels zwischen den Flussebenen der Mattig und des Schwemmbaches ist nicht nur eine der ältesten Siedlungen, sondern auch schon in früher Zeit der Hauptort und das Verwaltungszentrum eines weiten Gebietes gewesen, nämlich des Mattiggaues. "Gau" bedeutet natürlich in erster Linie ein Territorium, mitunter aber auch den Hauptort samt seinem zugehörigen Bereich. Die urkundlichen Belege für Mattighofen reichen sehr weit zurück, wobei im Einzelfall oft nicht mit Sicherheit zu entscheiden ist, ob diesmal der Gau, ein andermal der Ort gemeint ist. Jedenfalls hieß auch der Ort ursprünglich "Mattiggau". Die zahlreich überlieferten urkundlichen Nennungen, deren älteste bis vor das Jahr 748 zurückreichen, weichen in der Schreibung geringfügig voneinander ab. Die häufigste Schreibung lautet "Matahgouue" (zu sprechen "Matachgaue"). Schon seit dem Jahr 860 taucht in den Urkunden immer öfter der Name "Matahhoua" (Matahova) auf (zu sprechen "Matach - hofa"). Dieser Name hat sich schließlich durchgesetzt: die Stadt heißt heute Mattighofen.
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Bilder: Stadt Mattighofen Dank an Herrn Martin Giebl
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So entwickelte sich der Ortsname von Mattighofen: vor 788 Matagao, 800 Matichau, 802 in loco, qui dicitur Matahgauue, 885 Matachov, 890 Matachova villa regia, 1007 Matughof, ca. 1070 Maticha, 1150 Mathchoven, 1164 Matenchoven, 1287 Matechoven, 1486 Matikhoven, 1532 Mätigkhoven Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag
Die Bierbrauerei in Mattighofen:

Über vier Jahrhunderte wurde in Mattighofen Bier gebraut. Bier, das weitum bekannt war und gerne getrunken wurde. Die Überlieferung kennt durch Briefaufdrucke und Reklame als Gründungsjahr einer Brauerei in Mattighofen das Jahr 1550. Im Verlaufe der Jahrhunderte haben die Braumeister ihr Rezept zur Herstellung des Gerstensaftes nicht verändert. Nur für die Weißbierliebhaber war eine andere Zubereitung angewendet worden. Der Hauptrohstoff der Biererzeugung, die Gerste, kam größtenteils aus dem Innviertel. Der Jahresbedarf der Brauerei Mattighofen betrug um 1950 zirka 70 Waggons. Über 25.000 Hektoliter Bier wurden daraus erzeugt. Zur Zeit des 400 - Jahr - Jubiläums im Jahre 1950 gab es neben schönen Pferdegespannen bereits einen gutausgestatteten Kraftwagenpark. Damals wurden rund 180 Wirte und andere Kunden im oberen Innviertel und im angrenzenden Bundesland Salzburg beliefert. Im Februar 1975 kam die für viele unverständliche Fusionierung mit der Österreichischen Brau AG. Zu dieser Zeit lag die Jahresproduktion mit 70 Arbeitern und Angestellten bei 45.000 bis 50.000 Hektoliter Bier. Mit 31. Oktober 1975 stellte die Österreichische Brau AG die gesamte Produktion in Mattighofen ein, die Brauerei wurde vollständig geräumt und als Niederlassung zur Belieferung von Zipfer Bier eingerichtet. Als symbolischer Schlussakt der über 400jährigen Brautradition kann wohl die Sprengung des 36 Meter hohen Schlotes am 7. Dezember 1982 angesehen werden.
Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag
Die Lederfabrik Vogl:
Einst die größte Fabrik der Monarchie und zweitgrößte Europas. Im Jahre 1830 gründete der 1802 in Lam im Bayrischen Wald geborene Bauernsohn Wolfgang Vogl den heutigen Betrieb, indem er die Witwe seines Meisters der schon damals bestehenden Lirk´schen Gerberei in der Moosstraße heiratete. Wolfgang Vogl fang guten Absatz seiner Erzeugnisse und soll dabei 1859 bis in die Lombardei gekommen sein. Nach dessen Tod im Jahre 1869 übernahm sein Sohn Friedrich Vogl den Betrieb mit acht bis zehn Gesellen. Dieser baute das Werk derart aus, dass darin an die 150 Arbeiter beschäftigt werden konnten. 1900 übergab er die Fabrik seinen beiden Söhnen Fritz und Ludwig. Nach der Absatzkrise 1907, konnte im Jahre 1909 mit einer regen Bautätigkeit begonnen werden. 1911 folgte ein neues Kessel- und Maschinenhaus mit einem 62 Meter hohen Schornstein. 1916 konnte der erste Zug die Werksgleise vom Bahnhof Mattighofen in das Gelände der Lederfabrik befahren. Bis Kriegsende 1918, wurden viele weitere Werkstätten, u.a. die Schuhfabrik, erbaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bautätigkeit fortgesetzt. Anfang der 1960er Jahre mussten erhebliche Fabrikationsumstellungen getroffen werden. Zu Beginn der 1970er Jahre geriet die Firma Vogl immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1973 schließlich liquidiert. Der Beschäftigungsstand von 470 konnte längst nicht mehr gehalten werden. 1974 wurde von Dipl. Ing. Wolfgang Vogl, Dipl.-Kfm. Werner Vogl und Ing. Erich Schmid eine neue Gesellschaft gegründet, die vorerst Räume der alten Fabrik mietete und mit der Produktion von hochwertigem Schuh- und Bekleidungsleder begann. Ende der 1970er Jahre wurden die benötigten Räume käuflich erworben und Maschinenpark laufend erneuert. Gegenwärtig werden pro Jahr 500.000 m² Leder erzeugt, wovon 85 % in alle Teile der Welt exportiert werden.
Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag
KTM Mattighofen:
1934 Gründung einer Schlosserwerkstatt durch Hans Trunkenpolz. 1937 - 1950 Die Firma Trunkenpolz wird laufend ausgebaut und entwickelt sich zu einer der größten Reparaturwerkstätten Oberösterreichs.
Der offizielle Name der Firma lautet von 1950 ab Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen. 1953 werden mit 20 Personen bis zu 6 Stück KTM R 100 erzeugt. 1955 wird der Salzburger Kaufmann Ernst Kronreif Gesellschafter der Firma. Der Firmenname lautet nun Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen. Täglich werden 20 Motorräder erzeugt. 1957 gewinnt KTM erstmals die österreichische Motocross - Staatsmeisterschaft bis 125ccm. 1962 stirbt unerwartet Hans Trunkenpolz. Mit 180 Mitarbeitern wird ein Jahresumsatz von ca. 3,5 Mill. Euro erreicht. 1964 wird eine 800 m² große Lagerhalle erbaut. 1967 wird eine weitere 3000 m² große Shedhalle erbaut. Der Umsatz steigt 1972 bei 400 Beschäftigten auf über 23,6 Mill. Euro. Nächstes Jahr wird eine weitere Shedhalle für die Konstruktions- und Entwicklungsabteilung errichtet. 1976 steigt der Umsatz auf 36,3 Mill. Euro bei 520 Mitarbeiter. 1977 wird auf einem 30.000 m² großen Areal (ehem. Lohmühle Fa. Vogl) ein Zweigwerk errichtet. 1978 wird die Tochterfirma „KTM America Inc.“ in Lorain, Ohio, gegründet. Der Exportanteil lag dieses Jahr bei 72 Prozent. 1983 lag der Umsatz bei 50,8 Mill. Euro. 1988 wurde die Rollerproduktion eingestellt. 1991 Konkurs der KTM Motorfahrzeugbau AG und Aufsplittung in eigenständige Nachfolgefirmen für Motorräder, Kühler, Werkzeugbau und Fahrräder. Mit neuer Führung, neuem Hard - Enduro - Konzept neuem Design für KTM - Motorräder schließt das erste Geschäftsjahr erfolgreich ab. 1994 Umgründung der KTM Sportmotorcycle GmbH in die KTM Sportmotorcycle AG. Mitarbeiterstand 212 Personen. 1996 Notierung an der Wiener Börse (Fliesshandel). Bis 1998 Übernahme von White Power Suspension (NL) und Husaberg AB (Schweden). Gründung weiterer Vertriebstöchter in den europäischen Kernmärkten Deutschland, Schweiz und England. Mitarbeiterstand September 1998 ca. 650 Personen, davon ca. 450 im Stammwerk Mattighofen. 1.September 1999: Produktionsbeginn im neuen KTM Werk. Gründung der Vertriebstochter KTM Espana S.L. KTM Sportmotorcycle AG zieht sich von der Börse zurück, der Aktienrückkauf wird erfolgreich abgeschlossen.
 Gelände KTM Bild:Stadt Mattighofen
Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag
Werksführungen: jeweils Freitag, ab 10 Personen Voranmeldung erbeten!
Informationen über Ausleihmöglichkeiten von Motorrädern bzw. über die Benutzung der Teststrecke erhalten Sie unter "Adventure Tours".
Wirtschaft Mattighofen ist das wirtschaftliche Zentrum des Mattigtales. Die pulsierende Kleinstadt besticht durch einen ausgeglichenen Mix aus Produktions-, Gewerbe- und Handelsfirmen. Renommierte Industrieunternehmen wie zum Beispiel die KTM-Betriebe Motor Cycles, Fahrrad und Kühlerbau, oder die traditionsreiche Lederfabrik Vogl finden in Mattighofen das ideale Umfeld um international erfolgreich reüssieren zu können. Auch für ein florierendes Gewerbe bietet Mattighofen die besten Voraussetzungen. Tischlereien, Glasereien, Kfz-Werkstätten und metallbearbeitende Betrieben haben sich in der Region angesiedelt und tragen das ihre zum wirtschaftlichen Erfolg von Mattighofen bei.
Besonders hervorzuheben ist die vielfältige Handelslandschaft in Mattighofen. Der ausgewogene Sortimentsmix und das moderne Erscheinungsbild der Betriebe ziehen Konsumenten auch aus weiter entfernt liegenden Gemeinden an und sind beste Voraussetzung um die Kaufkraft in der Stadt zu halten. Die Mattighofener Kaufmannschaft und der Tourismusverband fördern die Handelsbetriebe kontinuierlich durch kreative Marketingaktionen und Umsatz fördernde Aktivitäten und Events, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt sind.
Anders als in anderen Städten findet der Konsument in Mattighofen ein abwechslungsreiches Straßenbild, geprägt von klein- und mittelständischen Unternehmen, die einen höchst positiven Kontrast zu den uniformierten Geschäftszeilen diverser Einkaufszentren bilden. Die persönliche Kundenansprache steht im Mittelpunkt, die individuell gestalteten Schaufenster, die gut ausgebildeten und hoch motivierten Mitarbeiter vermitteln dem Kunden echtes Einkaufserlebnis. Service und Dienstleistung am Kunden wird in Mattighofen gelebt, und der Konsument weiß das mehr denn je zu schätzen. Der abgerundete Sortimentsmix deckt alle Bereiche des Handels ab, sodass der Kunde vor Ort – in angenehmer Atmosphäre das findet, was er gerade sucht – ohne dafür viele Kilometer fahren oder stundenlang Parkplatz suchen zu müssen. Stadtplanung und Handel arbeiten eng zusammen, die Parkraumbewirtschaftung ist wichtiger Teil des modernen Verkehrskonzepts von Mattighofen.
Das Stadtwappen
Über eine Wappenverleihung an Mattighofen ist nichts bekannt. Möglicherweise ist das Wappen aus einem Siegelbild übernommen worden. Für die aus Siegelbildern entstandenen Ortswappen ist eine tatsächliche Verleihung nie erfolgt; ihre im alten Herkommen begründete Gültigkeit ist ungeschrieben anerkannt worden, sodass für die Berechtigung der Führung dieser Wappen von einem Gewohnheitsrecht gesprochen werden kann. 1928 verzichtete die Marktgemeinde auf die Ausstellung einer Urkunde bezüglich des Markt- und Wappenrechtes wegen der zu hohen Kosten (Archiv - Akt Nr. 126).
Erster Nachweis des Marktwappens in einem Siegel mit der Unterschrift "Sigil gemaines Marckhts Mattighofen" , Abdruck auf einem Akt vom 2. Juni 1781 (O.Ö. Landesarchiv, theresianische Fassion). Ferner findet sich im Hauptstaatsarchiv in München eine Martrikel der Stadt- und Marktwappen des Königreiches Bayern aus dem Jahre 1818, in der das Wappenrecht Mattighofen nachgewiesen wird. Auf einem Stich von 1649 scheint das Marktwappen auf, das wahrscheinlich die älteste Darstellung des Wappens sein dürfte.
Das Wappen: "In Blau eine silberne, rechtsgekehrte, gesichtete Mondsichel, vorne begleitet von einem goldenem sechsstrahligen Stern." Die farbige Wiedergabe des aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammenden Siegels in der Sammlung Felix J. Liposowskys (1812) zeigt im Gegensatz dazu die Mondsichel in Gold. Quelle: Heimatbuch der Marktgemeinde Mattighofen von Franz Sonntag
Gemeinden bei Mattighofen: Altheim, Aspach, Auerbach, Braunau, Burgkirchen, Eggelsberg, Feldkirchen bei Mattighofen, Geretsberg, Handenberg, Helpfau-Uttendorf, Jeging, Kirchberg bei Mattighofen, Lochen, Maria Schmolln, Mattsee, Mauerkirchen, Moosbach, Munderfing, Neukirchen an der Enknach, Palting, Perwang am Grabensee, Pfaffstätt, Pischelsdorf am Engelbach, Sankt Johann am Walde, Sankt Georgen am Fillmannsbach, Schalchen, Schleedorf, Treubach, Weng im Innkreis
Bürgermeister der Gemeinde Mattighofen Bürgermeister seit Langer Anton 01.01.1850 Poschinger Joseph 16.08.1850 Poschinger Joseph 01.01.1854 Metz August 01.01.1857 Vogl Wolfgang 01.01.1860 Wieninger Anton 18.08.1860 (Wieninger Anton) 01.10.1867 Frauscher Ferdinand 27.08.1870 (Frauscher Ferdinand) 01.01.1879 Vogl Friedrich 01.01.1882 (Vogl Friedrich) 01.01.1885 Hensolt Julius 11.06.1900 Wilhelm Max 01.01.1903 (Wilhelm Max) 03.02.1913 (Wilhelm Max) 01.01.1929 Leitner Josef Dr. 01.01.1934 Aumayr Anton 01.03.1938 Sauer Franz 01.09.1944 Humenberger Anton 01.05.1945 Kaiser Josef 25.11.1945 (Kaiser Josef) 22.10.1961 Berghammer Hans 01.01.1963 Bachleitner Franz 01.05.1975 Maierhofer Johann 01.01.1988 Öller Josef 05.10.1997 Schwarzenhofer Friedrich seit 06.2008
Weblinks
Kontakt Stadtamt Mattighofen Stadtplatz 3 5230 Mattighofen
Tel.: +43 (7742) 2255-0 Fax: +43 (7742) 2255-32 E-Mail: office@mattighofen.at
Öffnungszeiten MO: 7.00 - 12.00 und 13.00 - 17.30 DI: 7.00 - 12.00 und 13.00 - 17.30 MI: 7.00 - 12.30 DO: 7.00 - 12.00 und 13.00 - 17.30 FR: 7.00 - 13.00
Quelle: Stadt Mattighofen
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