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Landstraße, 3. Gemeindebezirk von Wien, ist mit 7,41 km² Fläche und 84.500 Einwohnern (1991) der größte Bezirk innerhalb des Gürtels. Sie umfasst die 1850 eingemeindeten ehemaligen Vorstädte zwischen unterem Wienfluss und Donaukanal. Landstraße wird im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt, Erdberg und Weißgerber erst nach 1529. Zwischen diesen ursprünglich ländlichen Siedlungen baute sich der Wiener Adel im 18. und 19. Jahrhundert Sommerpaläste, meist mit großen Gärten (Reste sind der Modena - und der Arenbergpark). Noch im 2. Viertel des 19.Jahrhunderts überwog der Gemüsebau. In Erdberg gibt es noch heute viele ländliche Häuser. Im Gebiet des ehemaligen Aspangbahnhofs (1977 demoliert) lag die römische Zivilstadt von Vindobona. Die Landstraßer Hauptstraße und der Rennweg folgen im Wesentlichen römischen Straßen, die über Carnuntum nach Osten führten. Heute ist der 3. Bezirk Botschafterviertel. 1938 kam das Arsenal vom 10. Bezirk zur Landstraße hinzu.
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Lage Landstrasse 3. Bezirk Karte: Archiv
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15 Kirchen, darunter:
Rochuskirche von 1642 ist das einzige erhalten gebliebene Bauwerk des Bezirks aus der Zeit vor der Türkenbelagerung 1683. Es war mit einem ehemaligem Kloster versehen und wurde 1812 aufgehoben. Die Kirche ist mit einem barocken Hochaltar versehen von Peter Strudel (um 1690); Elisabethinenkirche und - kloster von 1711. Später dann 1743 durch F. A. Pilgram erneuert. Sie hat ein anschließendes Spital das 1836 erbaut wurde; Pfarrkirche Mariä Geburt (auch Waisenhauskirche, erbaut 1768) mit ehemaligem Waisenhaus, welches aber 1785 auf den Alsergrund verlegt wurde; Gardekirche, 1755-63 als Kaiser - Spitalskirche erbaut, 1782 der Polnischen Leibgarde übergeben (bis heute polnische Nationalkirche) und seit 1897 den Resurrektionisten gehörig; Salesianerinnenkirche und - kloster mit Kreuzgang, 1717-30 von D. F. d´Allio; Weißgerber - Pfarrkirche, 1866-69 von F. Schmidt; Priesterhauskapelle (1852-54 von C. Sitte) mit Altarbildern von L. Kupelwieser; Russisch - orthodoxe Kirche, 1893-99; Neuerdberger Kirche, 1954-58.
Profanbauten:
Belvedere, liegt im 3. Bezirk Wiens und ist die Bezeichnung für das Sommerschloss, das sich Prinz Eugen von Savoyen zwischen Rennweg und Schweizergarten errichten ließ. Die Bezeichnung, die auf die einmalige Aussicht über Wien Bezug nimmt, stammt erst aus der Zeit Maria Theresias. Prinz Eugen kaufte 1697 ein Grundstück am Rennweg, das er bis 1721 in 4 Etappen auf das heutige Areal erweiterte.; Schwarzenbergpalais; Rasumofskypalais (1807, heute Geologische Bundesanstalt); ehemalige Veterinärmedizinische Universität (1823, seit 1998 Institute der Universität für Musik und darstellende Kunst); Arsenal, ist eine im 3. Wiener Bezirk gelegene militärische Anlage, die als Folge der Revolution 1848 in den
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Arsenal Vogelschau von Nordwesten. Lithographie von A. Kaiser, 1855
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Jahren 1849-56 errichtet wurde. Der in Formen des romantischen Historismus errichtete Rohziegelbau entstand nach Entwürfen von L. Förster, T. Hansen, E. van der Nüll, C. Rösner und A. Sicard von Sicardsburg. Die Anlage von insgesamt 72 Gebäuden ist rechteckig. Das jetzige Heeresgeschichtliche Museum war bereits im ursprünglichen Konzept enthalten. Die Begrenzung bilden hohe, turmartige Kasernen und niedere Depots. Während der beiden Weltkriege diente das Arsenal als Kaserne und Waffenfabrik. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurden zivile Einrichtungen, wie etwa das Fernmeldezentralamt, die Bundesversuchsanstalt (heute arsenal research), Werkstätten des Denkmalamts und der Bundestheater, das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung und Probebühnen des Burgtheaters, darin untergebracht.;
Münze Österreich AG; Österreichisches Staatsarchiv; Konzerthaus (Wiener Konzerthausgesellschaft), Universität für Musik und darstellende Kunst und Akademietheater (alle 1912-13 von H. Helmer und F. Fellner); Theater im Rabenhof; Metternichpalais (1846-48, seit 1908 Italienische Botschaft); Sternbergpalais (1821/22); ehemalige Finanzlandesdirektion (1844-47); Österreichische Staatsdruckerei; Höhere Internatsschule des Bundes; Rettungsgesellschaft mit Wilczekdenkmal; Krankenanstalt Rudolfstiftung; ehemaliges Mautner Markhofsches Kinderspital (1998 geschlossen); Unternehmensleitung der Österreichischen Bundesforste AG; Direktion der Wiener Verkehrsbetriebe.
Gemeindewohnbauten (Rabenhof, Hanuschhof, Austerlitzhof, Wildganshof, Hundertwasser-Haus und andere). Botanischer Garten der Universität Wien; Teil des Stadtparks rechts vom Wienfluss; Belvederepark mit Alpengarten; Schwarzenberggarten (privat); Schweizergarten mit Museum des 20. Jahrhunderts; Eislaufplatz; St. Marxer Friedhof mit Grabmal W. A. Mozarts.
Hochstrahlbrunnen undsowjetisches Befreiungsdenkmal auf dem Schwarzenbergplatz.
In Landstraße sind nach dem 1. Bezirk die meisten Handelsfirmen angesiedelt. Der Anteil der Gewerbe- und Industrie-Betriebe (Henkel Central Eastern Europe GmbH und andere) sowie der Geld- und Versicherungsinstitute ist sehr hoch. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich im Erdberger Mais östlich der Schlachthausgasse ein Industrieviertel, viele Handelsfirmen befinden sich hier. Das ab 1851 bestehende Schlachthaus wurde 1997 geschlossen. Es befindet sich hier auch eine Großmarkthalle.
Quellen: © Copyright Österreich-Lexikon Literatur: H. Kretschmer, Landstraße, 1982; F. Czeike, Landstraße, Wiener Bezirkskulturführer, 1984; derselbe, Historisches Lexikon Wien, 5 Bände, 1992-97.
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