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Hietzing ist der 13. Gemeindebezirk von Wien mit einer Fläche von 37,7 km² und 54.909 Einwohner (Stand 1991).

Geographie
Hietzing liegt im Südwesten der Stadt und reicht in den Wienerwald, dem hier isolierte Vorberge (geologisch: "Kalkklippen") vorgelagert sind.

Die Lage
© Archiv


Es sind unter anderem:
Trazerberg mit 277 m, Roter Berg mit 262 m, Küniglberg mit 261 m, Rosenhügel und andere. Zu Hietzing gehören die bis 1892 selbständigen Vororte Hietzing, Speising, Lainz, Ober - und Unter - St. - Veit, Hacking sowie Schönbrunn (Schloss und Park), Friedensstadt und Teile von Mauer. Bis 1938 umfasste Hietzing auch Penzing, Breitensee, Baumgarten und Hütteldorf, die damals als 14. Bezirk ( Penzing) abgetrennt wurden. Seither bildet der Wienfluss die Nordgrenze des Bezirks, dem 1938 (endgültig 1955) der Lainzer Tiergarten angegliedert wurde. 

Geschichte
Die erste urkundliche Nennung fällt in das Jahr 1130. Hauptgrundbesitzer war der Deutsche Orden. Hietzing war ab 1529 Wallfahrtsort, ab Maria Theresias Zeit eine von Adel und reichen Bürgern bevorzugte Sommerfrische, ab zirka 1800 von diesen auch ständig bewohnt, wurde im 19. Jahrhundert zum Wiener Nobelviertel und wegen seiner Vergnügungsstätten (Dommayersches Kasino) und der Nähe zu Schönbrunn von den Wienern gern besucht.

Besondere Bauten
Besonders sei hier die gotische, barockisierte Pfarrkirche, auch als Wallfahrtskirche und Lieblingskirche Maria Theresias bekannt, zu nennen. Sie wurde in den Jahren 1860-64 erweitert. Daneben ist die barocke Mariensäule von 1713 und das Denkmal für Maximilian von Mexiko von 1871. Weiterhin gibt es hier ein Bezirksmuseum, das Dominikanerinnen-Konvent von1885), die Kapelle aus den Jahren 1964/65, das Schloss Ober-St.-Veit von 1742. Dieses wurde in den Jahren 1762-77 umgestaltet und den Friedhof mit Mausoleum. An weiteren Kirchen gibt es in Hienzing die St.-Hemma-Pfarrkirche von 1965/66 und die syrisch-orthodoxe Kirche von 1736-46. Hienzing hat einer der schönsten Friedhöfe von Wien mit Empire- und Biedermeiergrabsteinen.
In den alten Ortskernen gibt es sehr schöne Vorortehäuser mit Heurigen (Ober - St. - Veit), dazu zahlreiche Wohnhäuser und Villen verschiedener Stilrichtungen vom Klassizismus bis zur Gegenwart (unter anderem Villa Skywa - Primavesi von J. Hoffmann aus den Jahren 1913-15, Häuser von A. Loos, J. Frank und O. Wlach, R. Oerley, R. Rainer und L. Blau.

Gartensiedlungen
Werkbundsiedlung (A. Loos, J. Hoffmann, C. Holzmeister, R. Neutra, G. Rietveld, O. Strnadund andere , 1932); Siedlung Lockerwiese (1927-31)
Siedlung Friedensstadt (nach 1918)
Kongress-Siedlung (1953).

Weitere Bauten
Kennedybrücke über den Wienfluss (ehemalige Kaiser-Franz-Josephs-Brücke)
Maria-Theresien-Kaserne
Krankenhaus Lainz und Geriatriezentrum am Wienerwald
Neurologisches Krankenhaus Rosenhügel
Orthopädisches Spital
St.-Josef-Krankenhaus des Ordens der Salvatorianerinnen
ORF-Zentrum Wien (1969-73 von R. Rainer) am Küniglberg. Ekazent Hietzing.


Dem Charakter des "grünen Bezirks" entsprechend gibt es in Hietzing vergleichsweise wenig Arbeitsstätten in verarbeitendem Gewerbe und Industrie, dafür zahlreiche in Geld- und Kreditwesen, Privatversicherungen und Wirtschaftsdiensten. Hietzing ist als Sitz vieler Auslands- und Firmenvertretungen bekannt.

Sehenswertes
Schloss Schönbrunn, eine ehemalige Sommerresidenz der österreichischen Herrscher (Habsburger), ist zwischen dem rechten Ufer der Wien und einem niedrigen Ausläufer des Wienerwalds gelegen. Anstelle einer "Kattermühle" des Stifts Klosterneuburg entstand ein Schloss, das 1559 von Maximilian II. als Jagdschloss erworben wurde. Im 17. Jahrhundert wurde es nach einer Quelle (dem "Schönen Brunnen") benannt und 1683 von den Türken zerstört . Für den Neubau entwarf J. B. Fischer von Erlach ein Idealprojekt, das eine riesige Anlage nach dem Muster von Versailles, mit dem Schloss auf der Anhöhe, vorsah.
Nach seinem vereinfachten 2. Plan wurde das Lust - und Jagdschloss in den Jahren 1695-1711 gebaut. Von 1695- 99 wurde ein Park in französischem Stil angelegt. Maria Theresia (Schönbrunn war ihr Lieblingssitz) ließ es 1744- 49 von N. Pacassi zum Wohnschloss in vornehm - einfachem Barockstil umbauen. Nach dem Tod ihres Mannes Kaiser Franz I. (1765) erfolgte die kostbare Ausstattung mehrerer Räume im Rokokostil und eine vielseitige Umgestaltung des Parks nach dem Zeitgeschmack.

Schloss Schönbrunn
© Archiv
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1817-19 wurde das Schloss, vor allem die Hof- und Gartenfassade, klassizistisch erneuert. Hier hatte auch Napoleon gewohnt und später starb sein Sohn (der Herzog von Reichstadt) hier. Kaiser Franz Joseph I., der hier geboren wurde und starb, bewohnte Schönbrunn regelmäßig. Kaiser Karl I. unterschrieb hier 1918 seinen Regierungsverzicht. Das Schloss ging nach der Enteignung des Kaiserhauses in Bundesbesitz über. Nach Beseitigung der schweren Bombenschäden aus dem 2. Weltkrieg (1948 Wiedereröffnung der Schauräume) dient das Hauptgebäude, das zu Wienstouristischen Hauptanziehungspunkten zählt, fallweise für Staatsempfänge, während die Nebengebäude als Wohnungen, von Betrieben und verschiedenen Institutionen benützt werden.
Seit 1992 ist die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges. m. b. H. für Verwaltung, Erhaltung undwirtschaftliche Nutzung verantwortlich. 1996 wurden Schloss und Park von Schönbrunn in der Kategorie Kulturdenkmal in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Das Schloss hat 1441 Räume, darunter die Gemächer Kaiser Franz Josephs I. und der Kaiserin Elisabeth, und anschließende Repräsentationsräume wie Spiegelsaal, Großes und Kleines Rosa Zimmer, Chinesisches Rundkabinett und Ovales Chinesisches Kabinett, Kleine Galerie mit Deckenfresko von G. Guglielmi, Rösselzimmer Zeremoniensaal mit Gemälde Martin van Meytens, Blauer Chinesischer Salon. Dann noch die vorwiegend von Maria Theresia bewohnten Fremdenappartements (darunter Vieux - Laque - Zimmer, Napoleonzimmer, Porzellanzimmer, Millionenzimmer), Suite von Erzherzog Franz Karl mit Salon. Goëss - Appartements mit Wandmalereien von J. Bergl. Die Kapelle hat ein Deckengemälde von D. Gran aus dem Jahre 1744. Das 1744 - 47 von N. Pacassi im rechten Seitenflügel errichtete Schlosstheater wird zeitweise bespielt. Die ehemalige Winterreitschule beherbergt die Sammlung historischer Prunk- und Gebrauchswagen ( Wagenburg) des Kunsthistorischen Museums.

Hinter dem Schloss, mit ihm zu einer architektonischen Einheit verschmolzen, zieht sich der große Schlosspark nach Süden, überragt von der Gloriette. Sein südlicher Teil ist als "Fasangarten" seit den 1930er Jahren abgetrennt (mit Forstversuchs- und Gartenbauanstalt, Kaserne), der nördliche Teil (der eigentliche Park) ist tagsüber allgemein zugänglich. Er wurde unter Maria Theresia ab 1772 mit mythologischen Figuren entlang der Hauptallee, Neptunsbrunnen (1780) und Gloriette (1775) neu gestaltet. J. F. Hetzendorf von Hohenberg führte als weitere optische Akzente des Parks den Obelisken (1777) und die Römische Ruine (1778) aus. Der Pavillon des Schönen Brunnen wurde schon um 1750 von J. N. Jadot de Ville - Issey errichtet.

Im Westen liegt die Menagerie (Schönbrunner Tiergarten), neben dieser der Pflanzengarten. Dieser wurde 1753 von N. von Jacquin angelegt, mit einem Palmenhaus das 1882 fertiggestellt wurde. Es ist 114 m lang, 28 m breit, 30 m hoch und besonders bekannt für seine Orchideenzucht und die Victoria regia. Der Garten liefert Pflanzen für die Bundesgärten und für repräsentative Veranstaltungen der Regierung.
 

Lainzer Tiergarten
Der Lainzer Tiergarten ist ein Naturschutzgebiet im 13. Wiener Bezirk mit einer Fläche von rund 2500 ha großer bewaldeter Teil des südlichen Wienerwalds. Gelegen zwischen Wienfluss- und Liesingbachtal, erstreckt er sich als naturbelassene, ummauerte Erholungslandschaft westlich des verbauten Stadtgebiets.
Auf der höchsten Erhebung, dem Kaltbründlberg (508 m), steht die Hubertuswarte. Beim Johannserkogel (377 m) stehen zahlreiche Korkeichen. Der Lainzer Tiergarten zeichnete sich von jeher durch Wildreichtum aus was jedoch bei Kriegsende stark dezimiert war. Unter anderem gibt es hier Hirsche, Damwild, Rehe, Mufflons (gehörnte Wildschafe) und Wildschweine. Seit 1919 öffentlich zugänglich mit über 300.000 Besucher im Jahr. In den letzten Jahren wurde ein naturparkartiger Ausbau mit Lehrpfadenund Ähnlichem geschaffen.

Kaiser Ferdinand I. umgab 1561 das kaiserliche Jagdrevier mit einem Holzzaun, den später Joseph II. 1781 durch eine 24,2 km lange Steinmauer ersetzen ließ. Das Forsthaus von 1782 wich 1958 dem Rasthaus am Hirschgstemm (407 m). Die 1882-86 von C. von Hasenauer für Kaiserin Elisabeth im Ostteil erbaute Hermesvilla, durch namhafte Künstler (H. Makart, G. Klimt, R. Weyr und andere) ausgestattet, wurde durch Kriegsereignisse 1945 stark beschädigt. 1919 ging der Tiergarten in das Vermögen des Kriegsgeschädigtenfonds. 1937 mit der Auflösung des Fonds ging er in das Eigentum der Gemeinde Wien über, deren Gebiet er 1938 (endgültig 1954) einverleibt wurde. 1918 entstand am Südostrand des Lainzer Tiergartens die "Friedensstadt-Siedlung", 1949-53 die "Kongress-Siedlung". Durch die Westautobahn A 1 (Einfahrt nach Wien) wurde die Nordwestecke abgetrennt.

Kontakt
Bezirksvorstehung des 13. Wiener Gemeindebezirkes
A-1130 Wien, Hietzinger Kai 1-3

Telefon: 87834 13114
Fax: 87834 9913120
E-Mail: post@b13.magwien.gv.at

 

Quelle: © Copyright Österreich-Lexikon
Literatur: F. Czeike, Hietzing, Wiener Bezirkskulturführer, 1982; G. Martin, Damals in Hietzing, 1991; F. Czeike, Historisches Lexikon Wien, 5 Bände, 1992-97; G. Weissenbacher, In Hietzing gebaut, 1996.

 

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