|
Die Stadt Freilassing liegt im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Sie ist Grenzort zu Salzburg.
Geografie Die Stadt liegt im Salzachhügelland unmittelbar an der Grenze zu Österreich, am Zusammenfluss von Salzach und Saalach. Freilassing ist Mittelzentrum im Landkreis Berchtesgadener Land. Die Stadt hat rund 15.800 Einwohner und eine Gesamtgröße von 14,79 km².
Geschichte Im 6. Jahrhundert nahmen Bajuwaren das Land an Saalach und Salzach in ihren Besitz. Sie errichteten in Salzburghofen einen Wirtschaftshof, der die herzogliche Residenz in Salzburg mit Lebensmitteln zu versorgen hatte und zu Beginn des 10. Jahrhunderts als Schenkung an die Salzburger Kirche kam. Der Name von Freilassing wird erstmals in einer Notiz erwähnt, die in der Zeit zwischen 1125 und 1147 entstanden ist. Dabei kaufte ein Vater seine Tochter von ihrem Leibherrn frei und übergab sie dem Kloster St. Peter in Salzburg. Mit einer solchen Verbesserung der persönlichen Gebundenheit hängt auch der Ortsname zusammen. Er kommt von "freilassen" und hat seinen Ursprung in der rechtlichen Stellung der einstigen Bewohner, nämlich in deren Freilassung aus einem Abhängigkeitsverhältnis. Der kleine Weiler Freilassing bestand viele Jahrhunderte nur aus ein paar Bauernhöfen. Die Bewohner waren Untertanen des Salzburger Erzbischofs und lebten unbehelligt von Kriegen bis in die Zeit Napoleons. Dann kämpften auch hier Franzosen gegen Österreicher und nach tausend Jahren Zugehörigkeit zu Salzburg gab es mehrfach einen neuen Landesherrn. 1810 kam Freilassing zum Königreich Bayern und 1816 wurden Saalach und Salzach Landesgrenze zu Österreich.
Freilassing wurde Grenzort mit einer Zollstation und die benachbarte Stadt Salzburg lag nunmehr in Österreich. Neben den Bauern, die seit Menschengedenken in Freilassing unter sich waren, gab es neuerdings Zollbeamte. Und für sie waren Amtsräume und Wohnungen nötig, ebenso Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs, Handwerker waren gefragt, ferner ein Kramerladen und ein Wirtshaus. Das gab es zwar alles in Salzburghofen, aber nicht in Freilassing. Die Grenzziehung war wie eine Initialzündung, die eine Aufbruchstimmung entfachte. Der zweite und entscheidende Impuls für eine Verbesserung der örtlichen Struktur war der Bau der Eisenbahn von München nach Salzburg 1860. Der kleine Weiler Freilassing stieg auf zur Bahnstation an einer wichtigen europäischen Verkehrsverbindung an der Grenze zum österreichischen Kaiserreich. Das war ein idealer Standort für Industriebetriebe, die sich hier ansiedelten und zusätzlich Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme bewirkten. Später folgten noch die Bahnlinien nach Berchtesgaden und Mühldorf
Freilassing statt Salzburghofen War das Kirchdorf Salzburghofen seit 1819 eine politische Gemeinde, so war Freilassing innerhalb dieser Gemeinde nur ein kleiner Ortsteil. Durch die Grenzziehung 1816 und vor allem durch den Bahnbau 1860 rückte Freilassing immer stärker in den Vordergrund. Das ging nicht ohne Spannungen ab, die zum Beispiel bei der Standortwahl des Zentralschulhauses und der Rupertuskirche deutlich sichtbar wurden. 1922 forderten die Bürger von Freilassing die Änderung des Gemeindenamens und erreichten die Umbenennung in Gemeinde Freilassing mit Jahresbeginn 1923.
Während des Zweiten Weltkriegs fuhren die Regierungssonderzüge in Richtung Obersalzberg bei Berchtesgaden, einem Machtzentrum der Nationalsozialisten, über Freilassing. Die hiesigen Bahnanlagen waren deshalb Angriffsziel amerikanischer und britischer Bomber. Sie legten wenige Tage vor Kriegsende, am 25. April 1945, das Bahnhofsgebiet mit zahlreichen Wohnhäusern in Schutt und Asche und töteten über 70 Ortsbewohner. Damit hat Freilassing, das seinen Aufstieg weitgehend der Bahn zu verdanken hat, einen schmerzlichen Preis bezahlt.
Neben der schweren Last des Wiederaufbaus nahm die Gemeinde in den Nachkriegsjahren zahlreiche Heimatvertriebene auf. Sie zogen selbst in den 1960er - Jahren noch zu und erreichten mit über 3000 Personen einen Bevölkerungsanteil von 30%. Die Hälfte der Neubürger, die ihre Heimat verloren hatten, kam aus dem Sudetenland, viele aus Schlesien. Sie gründeten zahlreiche neue Betriebe und brachten damit dem Ort einen weiteren Wachstumsschub.
Der rasante Bevölkerungszuwachs war Anlass für den Gemeinderat, die Stadterhebung zu beantragen. Sie wurde am 4. September 1954 durch den Bayerischen Innenminister Dr. Wilhelm Hoegner feierlich vollzogen. Damit war die Ortsentwicklung aber alles andere als abgeschlossen. Erst in den folgenden Jahrzehnten konnte die teilweise noch fehlende Infrastruktur aufgebaut und zusätzlich die Wirtschaftskraft gestärkt werden. Dabei wurden weiterhin besonders Betriebsansiedlungen nach Kräften gefördert. So kamen auch namhafte österreichische Firmen nach Freilassing, die ihre Kunden in Europa von hier aus bedienen wollten.
Ereignisse von historischer Dimension, die gerade Freilassing als Grenzort tief berührten, waren am Ende des 20. Jahrhunderts die Grenzöffnung zu Österreich zunächst für den Waren- und dann auch für den Personenverkehr und mit Jahresbeginn 2002 die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung.
Zum 50. Jubiläum der Stadterhebung im Jahr 2004 präsentiert sich Freilassing als wirtschaftsstärkste Gemeinde des Landkreises Berchtesgadener Land. Die Einwohnerzahl hat sich im 20. Jahrhundert auf über 15.000 verzehnfacht. Die Vorzüge der jungen Stadt sind die günstige Verkehrsanbindung, die reizvolle Lage vor der Alpenkulisse und die Nähe zur Mozartstadt Salzburg.
Verkehrsanbindung Zur Autobahnauffahrt Salzburg - Mitte sind es 3 km, nach Piding zur A8 ca. 8 km. Freilassing ist in das Salzburger Stadtbus - Netz eingebunden. Die Busse verkehren im Halbstunden - Takt zwischen Freilassing und der Salzburger Innenstadt. Freilassing ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an der Hauptlinie München - Salzburg - Wien sowie Ausgangspunkt der Linien Bad Reichenhall - Berchtesgaden und Mühldorf - Landshut. Ca. 5 km entfernt liegt der Flughafen Salzburg, was für Geschäftsreisende und Touristen gleichermaßen interessant ist.
Wirtschaft Freilassing hat sich zu einem sehr interessanten Standort für Industrie und Handel entwickelt. Die optimale Infrastruktur und beste Rahmenbedingungen ermöglichen eine lebendige Entwicklung und wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1998 wurde Freilassing vom Bayer. Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie als wirtschaftsfreundliche Gemeinde ausgezeichnet.
Freilassing - Der attraktive Wirtschaftsstandort! Eine ausgezeichnete Infrastruktur, optimale Verkehrsanbindungen - Autobahn, Schiene, Flughafen - und eine günstige geografische Lage sind ideale Standortfaktoren:
* 15 Min. Salzburg Zentrum oder Flughafen * 75 Min. München * 2 Std. Innsbruck / Brenner, Passau * 3 Std. Wien, Udine * 3,5 Std. Lubljana Durch den unmittelbar angrenzenden Wirtschaftsraum Salzburg ergeben sich für Freilassing entsprechende Synergieeffekte.
Industrie, Handwerk und Dienstleistungsangebot Vom Hightech - Betrieb über weltweit tätige Firmen bis zu traditionellen Handwerksbetrieben reicht das breite Spektrum der in Freilassing ansässigen Unternehmen. Ebenso vielfältig ist das Angebot an qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen in den Betrieben. Die mittelständischen Unternehmensstrukturen stellen für Freilassing eine bedeutsame Wirtschaftskraft dar. Ein vielseitiges Dienstleistungsangebot rundet das Wirtschaftsspektrum der Stadt Freilassing ab.
Technologiezentrum Im Technologiezentrum Freilassing (Techno-Z) stehen technologieorientierten Unternehmen auf 2.800 m² Büroräume mit bester technischer Infrastruktur zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Innovative Firmengründer, insbesondere aus der Informations - und Kommunikationstechnologie finden hier in einem kreativen Umfeld ideale Startbedingungen.
Gründerzentrum Das Gründerzentrum Berchtesgadener Land bietet Unternehmensgründern aus Handwerk, Technik und Dienstleistung Betriebsräume und zentrale Serviceleistungen zu attraktiven Bedingungen an und erleichtert den ersten Schritt in die Selbständigkeit.
Freilassing ist die wirtschaftsstärkste Stadt im Landkreis Berchtesgadener Land. Der Landkreis ist vor alllem im südlichen Teil sehr stark vom Tourismus geprägt. Die Wirtschaftskraft Freilassings beruht auf drei Säulen: - Industrie und Handwerk - Handel - Tourismus Die örtliche Wirtschaft bietet rund 7.000 Arbeitsplätze.
Bildung Grundschule Freilassing Georg-Wrede-Platz 1 Tel. 08654 / 97 02 Fax 08654 / 6 20 10
Hauptschule Freilassing Martin-Luther-Straße 4 Tel. 08654 / 34 34 Fax 08654 / 6 57 40
Staatl. Realschule für Knaben Kerschensteinerstraße 8 Tel. 08654 / 46 31-0
Mädchenrealschule "Franz von Assisi" der Erzdiözese München und Freising Laufener Straße 72 Tel. 08654 / 77 37-0
Staatl. Berufsschule Berchtesgadener Land mit Berufsfachschule für gewerbl. Berufe Kerschensteinerstraße 2 Tel. 08654 / 6 60-0 Fax 08654 / 6 60-120
Kultur Ob im Hallen- und Freibad oder in der Lokwelt - für familiengerechte Unterhaltung ist gesorgt. Wer die Ruhe liebt, kann die Natur in der Saalachaue entlang der Saalach / Salzach und am Ausee genießen. Kulturinteressierte können in und um Freilassing aus einem reichhaltigen Angebot wählen. Ein attraktives Radwegenetz erschließt die nähere und weitere Umgebung. Von gemütlichen Familientouren bis zu anspruchsvollen Mountainbikestrecken - hier findet jeder Radler seine Route auf hervorragend ausgeschilderten Wegen.
Überregionale Rad- und Wanderwege, die durch Freilassing führen: Der Mozart - Radweg führt auf deutscher Seite über den Chiemsee, Wasserburg bis Rosenheim, auf österreichischer Seite über den Mattsee bis nach St. Gilgen. Die Saalach - Erlebniswelt ist ein Informations- und Naturerlebniswanderweg entlang der Saalach von Freilassing bis zum Ursprung der Saalach bei Saalbach / Hinterglemm. Die Via Julia bewegt sich auf den Spuren der Römer von Salzburg nach Augsburg.
Weitere Radwege in unserer Region finden Sie hier, zum Beispiel den Salzhandelsweg, der von Hallein bis zur Salzachmündung führt und die Salzach auf ihrem Weg von den Bergen bis ins Flachland begleitet.
Ausflugsziele Seen laden zum Baden, Bootfahren oder Spazieren am Ufer ein. Der Abtsdorfer See und der Waginger See liegen vor der Haustüre, der Königssee, Wolfgangsee und Chiemsee bieten sich als Tagesausflug an. Die Salzachstädte Laufen, Tittmoning und Burghausen laden in ihre historischen Altstädte ein. In Bad Reichenhall kann man zur Tageskur verweilen. Zahlreiche Skigebiete wie Jenner, Götschen, Werfenweng, Winkelmoosalm oder die Sportwelt Amade sind in einer halben Stunde bis Stunde erreichbar. Das Naturerlebnis pur finden Sie in den Chiemgauer - und Salzburger Alpen und im Nationalpark Berchtesgaden. Das "Schönramer Filz" (Hochmoor) und das Ainringer Moor sind nur wenige Autominuten von Freilassing entfernt.
Kontakt Stadt Freilassing Münchener Straße 15 83395 Freilassing
Telefon +49 (8654) 6309-0 Fax +49 (8654) 6309-11 E-Mail rathaus@freilassing.de
Besuchszeiten Montag bis Freitag 8 - 12 Uhr Dienstag 14 - 18 Uhr
Weblink
Quellen: Aus der Chronik Freilassing - Geschichte einer jungen Stadt von Kurt Enzinger (ISBN 3-902317-01-9). Stadt Freilassing
|