|
Von der Quelle nach Ulm Von den vielen Mühlen, die die Donau und ihre Nebenflüsse einmal angetrieben haben, gibt es nur noch eine einzige bei Geisingen. Den Müller befällt beim Betrachten des fließenden Wassers das gleiche Fernweh wie den Bruder Schneider im Kloster Beuron. Die Gegend um Beuron ist der wildromantische Höhepunkt des Donaudurchbruchs, mit dem sich der Fluss auf der Strecke von Geisingen nach Sigmaringen 200 Meter tief in die Hochfläche der schwäbischen Alb eingegraben hat, eingesäumt von Burgen, Schlössern und bizarren Felsen. In weiten Teilen Naturschutzgebiet mit allen Nachteilen für die Bauern, die mit dem Leben am Fluss verwachsen sind und heute noch ihre Kühe über die Donau zur Weide treiben. Fischreich ist das Wasser und trinkbar, auch Gründe für die Mönche von Beuron, sich hier trotz Hochwassergefahr anzusiedeln. Und Grund zur Freude für einen ortsansässigen Fliegenfischer, der vor allem die Äsche schätzt. Vom Donauried nach Passau Im Verlauf der Reise stromabwärts begegnen wir alten Torfstechern im Donauried, die uns die mühselige Torfgewinnung demonstrieren, wie sie früher üblich war; die Pioniere in Ingolstadt zeigen uns, wie in Minuten eine schwimmende Brücke die Donau überwindet; Archäologen erzählen von der meisterhaften Konstruktion, die ein fast unversehrt gefundenes Boot aus römischer Zeit an der Donau auszeichnet. Durch Österreich Oberhalb Engelhartszell, bei St. Aegidi, gründeten die Gebrüder Luger 1955 ihren Forellenzirkus. Heute noch lässt der 83-jährige Karl Luger dressierte Forellen durch Reifen springen und Ball spielen. Sein größter Stolz: eine 14-jährige Bachforelle mit Talent zum Hochsprung. In Obermühl, im Stauraum Aschach, fahren die Berufsfischer August und Erich Aumüller aus zum morgendlichen Fischfang. Bis zu 60 Fischarten gibt es hier in der österreichischen Donau, unter anderem: Nase, Brachse, Hecht, Waller und Zander. Die Donau ist in Österreich eine vielbefahrene Schifffahrtsstraße. Der Leiter der Schifffahrtspolizei in Linz, dem größten Binnenhafen Österreichs, ist Kapitän Otto Steindl. Über seinen Beruf hinaus beschäftigt er sich als Buchautor mit dem Thema "Donau". Er besitzt mehr als 20000 Bilder von Schiffen, Schiffshavarien, Eisstößen und Hochwasser. Havarierte Schiffe werden in der Linzer Schiffswerft wieder in Fahrt gebracht. Seit 160 Jahren existiert diese Schiffswerft in Linz - mittlerweile die einzige zwischen Erlenbach am Main und Bratislava, und eine der ältesten an der Donau. Am Mostviertel vorbei, geht's durch den Strudengau zum Wallfahrtsort Maria Taferl. Durch die Schatzkammer der Basilika führt uns Rosina Permoser und erzählt die Geschichten der Votivgaben. Vor den nördlichen Ausläufern des Wienerwalds liegt Greifenstein. Dort steuert seit fast 50 Jahren Harry Jarosch seine Fähre über die alte Donau. Wenn Herr Jarosch - ehemaliger österreichischer Wildwassermeister - am Greifensteiner Ufer seine Fahrgäste aussteigen lässt, legt er am Schiff seiner Tochter an, die auf ihrem umgebauten Schlepper ein Lebensmittelgeschäft und ein Café betreibt. Nach Ungarn und Kroatien Wie wichtig Brücken sind, sieht man in Pressburg, wo eine neuzeitliche Stadtentwicklung erst mit dem Bauen der Eisenbahnbrücke eingesetzt hat. Und besonders in Budapest, das sein Leben mit und an der Donau durch die Vielzahl seiner herrlichen Brücken demonstriert. Ruinen in der ganzen jahrhundertelang umkämpften Donauregion. In Visegrád die Reste des von den Türken zerstörten Renaissancepalastes des großen ungarischen Königs Mathias. Mit den in der Backa verbliebenen Deutschen, den Donauschwaben, sucht sich die neue Regierung zu arrangieren, indem sie ihnen eine regionale Selbstverwaltung zugesteht und deutsche Schulen. Die Nachfahren der deutschen Auswanderer des 18. Jahrhunderts bauen hier immer noch Wein und Mais an. Und Paprika, das ungarische Gewürz der Seligen. Unverzichtbar in der traditionellen Fischsuppe aus Karpfen, Waller und Hecht, die die Fischer von Baja zum Abschluss ihres reichen Fischfangs zubereiten. Quelle: BR-Fernsehen, Alexander Samsonow, Rudolf Klaffenböck, Lorenz Knauer, www.br-online.de/land-und-leute/himmel/aktuell/2003/0628.html |
||
|
© 2007 alpen-info.de |
||
|
|
||