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Baden bei Wien ist eine Stadt im Bundesland Niederösterreich, gelegen im Dreieck Wien, Eisenstadt und St. Pölten. Nach Wien sind es 26 km. Baden hat 25.180 Haupt- und 4.345 Zweitwohnsitze (Stand 01.01.2011) und liegt 200 – 250 m ü.NN. Die Gesamtfläche beträgt 27 km².
Geografie Baden liegt 26 km südlich von Wien und 33 km vom internationalen Flughafen Wien - Schwechat entfernt.
Von hier sind Sie in 20 Min. in Wien, in 45 Min am Neusiedler See, in 60 Min. am Semmering, der Rax u. am Schneeberg und in 60 Min. in Sopron / Ungarn.
 Die Lage © Stadt Baden bei Wien
Anreise Mit dem Auto: Über die Westautobahn A1 abzweigen zur A 21 (Wiener Außenring-Autobahn), Abfahrt Alland, durch das Helenental nach Baden. Über die Südautobahn A2, Abfahrt Baden. Routenplaner
Mit dem Flugzeug: Wien / Schwechat, City Air Terminal zum Westbahnhof und Südbahnhof, Anschluß an Schnellbahn, Eisenbahn, U- Bahn, Autobus. Mit dem eigenen Flugzeug: Flugplatz Bad Vöslau-Kottingbrunn, mit Zoll- und Paßabfertigung.
Mit dem Bus: Ab Wien Oper, ganztägiger, fast stündlicher Linienverkehr nach Baden mit dem Autobus der Wiener Lokalbahnen AG. Ab Wien Westbahnhof, Parkplatz Felberstraße, direkt mit dem Autobus der Wiener Lokalbahnen. (Busfahrplan - Wiener Lokalbahnen)
Mit der Süd-Bahn: Ab Wien Südbahnhof verkehren die Schnellbahnzüge der ÖBB im Taktverkehr.
Mit der Badener Bahn: Ab Wien Oper Linienverkehr nach Baden mit der Badener Bahn der Wiener Lokalbahnen AG.(Badener Bahn - Fahrplan Wiener Lokalbahn)
VOR Verkehrsverbund Ost-Region: Mehr Informationen zur Erreichbarkeit von Baden finden Sie auf den Internetseiten des Verkehrsverbundes Ost- Region.(VOR)
Geschichte Baden ist uralter Kulturboden. Seine Besiedlung läßt sich bis in die ältere Steinzeit zurückverfolgen, deren Menschen auf den zur Ebene absinkenden Hängen der Thermenalpen und den Aufschotterungen der Schwechat im jetzigen Süden der Stadt gewohnt haben. Ein besonderer Abschnitt der Jungsteinzeit wird als "Badener Kultur" bezeichnet. Sicher kannten schon die Kelten die Quellen, die Römer übernahmen dieses Wissen. Für ihre großen Garnisonen Carnuntum und Vindobona nützten sie die ihnen aus ihrer Heimat vertrauten Thermen bald und errichteten den Kurort "Aquae". Sein Name steht im "Itinerarium Antonini Augusti", einer Straßenkarte in einer Fassung aus der Zeit des Diocletian (um 300 n. Chr.), Soldaten der X. und XIV. Legion legten hier Bäder, eine Zivilstadt und Weingärten an. Beim Eingang zur Ursprungsquelle im Kurpark und im Städtischen Rollett-Museum sind Ziegel mit dem Eindruck der Legionsnummer und Weihegaben ausgestellt. 869 findet sich der deutsche Name "Padun" in einer Urkunde. Damals entschied der Karolinger Karlmann hier einen Prozeß zugunsten von Peretkunda, einer Enkelin des Grafen Radbot. Ob es dabei tatsächlich schon eine Pfalz in Baden gegeben hat und die beiden Burgen Rauheneck und Rauhenstein Gründungen der Karolingerzeit sind, möge dahingestellt bleiben, sicherlich aber überstand das von den Römern gegründete Gemeinwesen die Völkerwanderungszeit. In der Mitte des 12. Jahrhunderts scheinen die Herren von Baden auf. Sie lebten in der Burg, die unmittelbar neben der Pfarrkirche ihren Platz hatte, wo heute die Pfarrschule steht. Früher noch als ihre Namen tauchen die der Besitzer von Grundherrschaften aus der Umgebung auf: Rauhenstein, Rohr, Leesdorf, heute noch zum Teil Namen von Ortsteilen. Die Babenberger besaßen einen Hof in der Stadt, den Herzoghof, der 1285 zum ersten Mal genannt wird und heute noch im Hotel Herzoghof fortlebt. 1285 wurde auch das Augustinerkloster gegründet, dessen gotische Reste zu den wenigen mittelalterlichen Bauerinnerungen in Baden gehören, da ein Stadtbrand im Jahr 1812 fast die gesamte Stadt vernichtet hat. Die Bäder und der Wein waren die Erwerbsgrundlagen dieses kleinen Gemeinwesens, das 600 bis 800 Einwohner zählte. In den habsburgischen Bruder- und Vormachtskämpfen des späten 15. Jahrhunderts wurde die Stadt plötzlich wegen ihrer Lage in der Nähe der ungarischen Grenze wichtig. Kaiser Friedrich III. verlieh ihr 1480 das Stadtrecht und "... ain Wappen unndt Clainoth, mit Namen Unnsern Schild New-Österreich, unnd darin ain Figur aines Wildt-Path mit Figuren zweyer Nackheten Menschen, Mann: unndt Frawen Pildt, ...". Dieses bekannte Wappen, das noch von niemandem heraldische Kenntnisse verlangt hat, sollte gleichzeitig auf die Attraktion des Gesellschaftsbades hinweisen, eine recht eindeutige Fremdenverkehrswerbung, die - wie es im Stadtrechtsprivileg auch heißt - dafür sorgen sollte, daß die Stadt, die in den Ungarnkämpfen sehr stark gelitten hatte, wieder "ins Aufnehmen" komme. Als Gegenleistung mußte die Stadt entsprechende Befestigungsanlagen aufführen, in die auch die Kirche einbezogen war. Sie wurde 1477 im gotischen Stil zur Gänze neu errichtet und erhielt erst 1697 ihren barocken Turmzwiebel. Die Türkeneinfälle 1529 und 1683 zerstörten die Stadt jedesmal fast bis auf den Grund. Besonders nach der ersten Einnahme erholte sich die Stadt sehr langsam und erhielt darum von Kaiser Ferdinand 1531 das Frauenbad geschenkt. Die Quelle zu diesem Bad entsprang unter dem Altar der Frauenkirche, die 1811 abgerissen wurde und als ein besonderes Wahrzeichen einen auf der Spitze stehenden Turm besaß. In der Reformationszeit war Baden fast zur Gänze evangelisch, und die Rekatholisierung bereitete erhebliche Mühen. Der Kurort brachte eine große Anzahl berühmter Persönlichkeiten in die Stadt und ließ sich auch nach Katastrophen stets wieder einrichten. Es gab kaum eine Berühmtheit, die in Wien weilte und nicht gleichzeitig auch dem Badeort einen Besuch abgestattet hätte. Dazu gehörten fast alle gekrönten Häupter (Albrecht IV., Leopold IV., Albrecht V., Friedrich IV., mit der leeren Tasche, Kaiser Friedrich III., Ladislaus Posthumus, Matthias Corvinus, Maximilian I., Ladislaus IV. von Polen, Peter der Große, Leopold I., Kara Mustapha, Josef I., Josef II., viele Kaiserinnen, unter ihnen auch Maria Theresia). Geschichte davon machte der Aufenthalt Augusts des Starken 1697. Er konvertierte in Baden zum katholischen Glauben, damit er König von Polen werden konnte. Die Sitten des Badelebens waren häufig recht locker. Badeordnungen sorgten dafür, daß sie sich in ziemlichen Grenzen hielten. Freilich badete man damals anders als heute: oft wurde die gesamte Badezeit in einem abgesessen, man unterhielt sich daher im Bad und mußte dort auch mit dem Notwendigsten versorgt werden. Für beide Geschlechter gab es ein Bassin, die Piszine, die über die sogenannten "Schnecken" von den getrennten Umkleidekabinen der Männer und Frauen betreten werden konnte. Da das Schwefelwasser möglichst unmittelbar auf die Haut einwirken sollte, war die Badekleidung möglichst leicht. Schwimmende Tische betreuten die Gäste mit Speise und Trank und dienten zum Spielen. Ein Umgang um die Piszinen ermöglichte es Besuchern, dem Badeleben zuzusehen. Aus Gründen der Moral oder des Standesunterschiedes wurde öfter versucht, die Geschlechter im Bad zu trennen. Dagegen setzte sich die Stadt stets energisch zur Wehr, und ihre Einwände mußten 1626 sogar von den kaiserlichen Leibärzten zur Kenntnis genommen werden. Der Grund des Widerstandes lag natürlich darin, daß die Anziehungskraft der Bäder sehr gelitten hätte, wenn nach Geschlechtern getrennt gebadet worden wäre. Zweimal wurde die Stadt von riesigen Bränden fast zur Gänze vernichtet: 1714 und 1812. Daher fehlen in Baden bis auf wenige Ausnahmen Bauwerke vor der Empirezeit, daher macht die Stadt einen so verhältnismäßig einheitlichen biedermeierlichen Eindruck, weil sie nach 1812 zur Gänze neu aufgebaut werden mußte. Ähnlich hart haben auch Seuchen die Stadt getroffen. 1349, 1562, 1613, 1644, 1679, 1691 und 1713 wütete die Pest in Baden. Während der letzten Epidemie gelobten Rat und Bürgerschaft die Stiftung eines Votivbildes, einer Wallfahrt nach Pottenstein bzw. Gutenstein und die Errichtung einer Gedenksäule. Diese Pest- oder Dreifaltigkeitssäule ist das bedeutendste von den wenigen Barockdenkmälern in der Stadt. Sie wurde von Altomonte entworfen und von Stanetti zwischen 1714 und 1718 ausgeführt. Ihre Glanzzeit erlebte die Stadt Baden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kaiser Franz I. war schon vor 1800 einige Male in Baden gewesen, verlebte aber von 1803 bis 1835 jeden Sommer hier und machte Baden zu seiner Sommerresidenz. 1813 erwarb er ein bescheidenes Haus am Hauptplatz, das jetzige "Kaiserhaus". Mit Franz kam der gesamte Hof, die Geldaristokratie und die Kunstwelt. Die Brüder des Kaisers, die Erzherzöge Karl und Anton, ließen sich hier große Sommerhäuser bauen - ihnen folgten später die Erzherzöge Wilhelm und Rainer -, nach ihnen ein großer Teil der Wiener Gesellschaft, so daß Baden durch eine Reihe von Mäzenen mit herrlichen Anlagen ausgestattet wurde, die bis in das Helenental reichten. Der Wiener Kongreß fand in Baden genauso wie in Wien statt, alle bedeutenden Gestalten dieser Zeit konnte man im Kurpark treffen, der besonders am Sonntag nach der "galanten Messe" um 11 Uhr zum wichtigsten Platz Mitteleuropas wurde. Der Baumeister dieser Epoche war Josef Kornhäusel, der die Weilburg, den Sauerhof, das Rathaus, drei Bäder und eine Reihe von Villen errichtete. Von der Elßler und Krones über die Salonlöwinnen des Wiener Kongresses bis zur Frau Napoleons, Marie Luise, fehlte keine Dame der Gesellschaft. Damit war die Herrenwelt bestimmt - sie umfaßte ganz Europa und reichte vom alternden Grandseigneur Gentz bis zur romantischen Jünglingsgestalt des Herzogs von Reichsstadt. Baden war damals, wie es später M. G. Saphir sagte, "ein kleines Wien in Aquarell". Mit dem Tode von Franz I. endet diese glanzvolle Zeit der Stadt. Eine besondere Ausziehungskraft übte der Kurort immer auch auf Künstler aus. Beethoven verlebte viele Sommer hier und schuf zwei seiner bedeutendsten Werke: die IX. Symphonie und die Missa solemnis. Auch die Schlachtensymphonie "Wellingtons Sieg oder Die Schlacht von Vittorio", die zu seinen Lebzeiten als sein bestes Werk geschätzt wurde, entstand im Sauerhof, in Gutenbrunn komponierte er drei seiner letzten fünf Quartette. Mozart besuchte seine Frau Konstanze häufig, wenn sie in Baden die Bäder gebrauchte. Dabei schrieb er für seinen Freund, den Regenschori Stoll von der Kirche St. Stephan, das unsterbliche "Ave verum corpus". Grillparzer, ein Ehrenbürger der Stadt, empfing hier die ersten Eindrücke für seine Trilogie "Das Goldene Vlies", wohnte ähnlich Beethoven in den verschiedensten Quartieren und besaß im Kurpark eine Lieblingsbank. Strauß und Lanner konzertierten an den Treffpunkten der noblen Welt, und es gibt fast keinen Namen der Kunst-, Musik- und Literaturgeschichte, dessen Träger damals mit der Stadt nicht in irgendeiner Verbindung stand. Ihre Aufzählung ist ein Gang durch den Beitrag Österreichs zum geistigen Schaffen dieser Zeit. Seit 1716 gibt es eine Theatertradition in Baden, sie ist seit 1751 lückenlos überliefert. Bereits 1775 entstand ein eigenes Theatergebäude, das 1812 ein Kornhäuselbau ablöste, das berühmte "Hoftheater an der Schwechat". 1908/09 errichteten die Theaterbaumeister Helmer und Fellner das jetzige Theater, das in den Jahren 1977 bis 1979 innen und außen völlig restauriert wurde. Eine besondere Spezialität bildet die "Sommerarena". Sie wurde 1841 von Theaterdirektor Pokorny als oben offener Holzbau ausgeführt, so daß man im Sommer im Freien spielen konnte und die Besucher rauchen durften. Damit wollte er der Theaterkrise begegnen, die nach dem Ausbleiben des Hofes entstanden war. Dieses Gebäude wurde einige Male umgebaut und wich 1906 der jetzigen Sommerarena des Architekten Krauß, die ein rückrollbares Glasdach besitzt und damit eine ziemlich einmalige Sommerspielstätte in Europa darstellt. Was in Wien am Theater Rang und Namen hatte, trat auch in Baden auf. Seit 1841 verkehrte die Südbahn bis Gloggnitz und damit rückte Wien in eine noch größere Nähe zu Baden. Jetzt wurde die Stadt einer der elegantesten Nobelkurorte der Monarchie, die Wiener Gesellschaft bildete seither wieder weite Abschnitte hindurch auch die Badener Gesellschaft. Ab 1907 verbindet die Wiener Lokalbahn beide Städte von Stadtmitte zu Stadtmitte. 1931 kam noch eine eigene Autobuslinie dazu. 1850 wurde Leesdorf in Baden eingemeindet und eine eigene Gemeinde Weikersdorf geschaffen. Nach längeren Auseinandersetzungen schlossen sich dann Baden und Weikersdorf 1912 zusammen. Die "Gründerzeit" des vorigen Jahrhunderts brachte einen gewaltigen Bauschub, so daß der Historismus und auch die Sezession in einer großen Anzahl von öffentlichen Gebäuden und Villen in Baden charakteristische Zeichen setzten. Sie legten die Grundlage für eine exklusive Sommerfrische und das Baden, wie es als Weltkurort bekannt war. Das Attribut "bei Wien" bedeutet für die Stadt nicht nur eine Lokalisierung, sondern mehr eine Art soziologischer Zuordnung. Die gute Wiener Gesellschaft verlebte eben ihre Sommer in Baden, besaß hier Villen oder Wohnungen und brachte auch ihr geistiges Leben mit. Daher entwickelte sich in Baden eine Urbanität, wie sie Kleinstädte dieser Größenordnung ansonsten nirgends aufweisen können. Der Erste Weltkrieg führte dann die Stadt aus ihrer gesellschaftlichen Rolle wieder in eine weltpolitische. 1916 wurde das Armeeoberkommando nach Baden verlegt, und Kaiser Karl I. nahm hier seinen Aufenthalt. Damit kommen noch einmal Glanz und Aufgabe einer Residenz - freilich schon vom Untergang des Habsburgerreiches überschattet - in die Stadt. Von hier aus wurde auch die Depesche am 3. November 1918 mit der Annahme des Waffenstillstandes abgeschickt. Die Zwischenkriegszeit ist durch die Person des Bürgermeisters Josef Kollmann bestimmt. Er wollte Baden wieder zu einem Weltkurort machen und prägte dafür den Begriff "Karlsbad von Österreich". Mit der Erbauung des Strandbades (1926), des Beethoventempels (1926), der Trinkhalle (1928) und der Eröffnung des Spielcasinos (1934) machte er Baden zum bedeutendsten Kurort Österreichs. 6000 Betten brachten für die Stadt 750.000 Nächtigungen. 1926 wurde Kollmann auch Finanzminister und nützte hier seine Möglichkeiten, der Stadt zu helfen. Während des Zweiten Weltkrieges war Baden eine Lazarettstadt. Ein Bombenangriff am 2. April 1945 richtete in den letzten Stunden des Krieges viel Schaden an. Nach Kriegsende wurde die Stadt Hauptquartier der russischen Besatzungsmacht. Dadurch befanden sich immer sehr viele Soldaten in Baden, die ihre Quartiere in durch Planken abgegrenzten Vierteln der Stadt nahmen. Dazu waren besonders die Fremdenverkehrseinrichtungen geeignet. Sie wurden ihrer Nutzung entzogen, nach zehn Jahren Besatzung waren sie abgewohnt. In dieser Zeit hatte Baden den Anschluß an den österreichischen Fremdenverkehr verloren, da niemand nach Baden kam. Wahrscheinlich hat es in der Geschichte der Stadt keinen Zeitraum gegeben, in dem so lange seine natürlichen Schätze, die Quellen, so wenig wirtschaftlich umgesetzt werden konnten. Von 1955 bis 1965 wurde ein improvisierter Aufbau durchgeführt, der versuchte, mit eigenen Mitteln das "Übriggebliebene" instandzusetzen. Sehr zögernd begann der Fremdenverkehr anzulaufen, es zeigte sich aber bald, daß nur eine große Investition das Heilbad an den mittlerweile in Europa gültigen Standard heranführen konnte. Diese Entscheidung wurde 1965 getroffen. Mit ein Verdienst daran besitzen die Österreichischen Sozialversicherungsträger, die im Vertrauen zu dem natürlichen Heilvorkommen nicht nur ihre Patienten nach Baden schickten, sondern auch eigene Anstalten errichteten. Damit wurde ein echter Vertrauensbeweis in das Heilbad gesetzt. Die Stadtverwaltung gab eine Reihe von Studien in Auftrag, die von der eigentlichen Stadtplanung über ein Fremdenverkehrsgutachten, eine Überprüfung der Infrastruktur auf elektronischem Wege bis zu einer denkmalanalytischen Aufnahme reichten. Daraus entstand ein kommunales Leitbild, das als Aufgabe die Weiterentwicklung der Funktionen Badens als Kur- und Erholungszentrum, Kongreßzentrum, Wohnort mit hohem Freizeitwert, regionales Bildungszentrum, regionales Versorgungs-, Verwaltungs- und Gewerbezentrum und als beliebten Weinort vorsieht. In einzelnen Etappenplänen wurde dieses Leitbild in die Wirklichkeit umgesetzt. Generell folgten sie einem Dreischritt: Sicherung der Schwefelwasserversorgung (Fassung der Marienquelle) und rasche Belebung des Fremdenverkehrs durch den Umbau des Kurhauses in ein Kongreßhaus, Ausbauanstoß für die Hotellerie durch den Verkauf günstig gelegener Areale seitens der Stadtgemeinde (Parkhotel, Gutenbrunn, Clubhotel, Sauerhof als wichtigste der Neubauten und Qualifizierungen) und Errichtung von Kurheimen durch die Sozialversicherungen der Bauern, der Gewerblichen Wirtschaft, der Bundesangestellten und durch die Nö. Gebietskrankenkasse. Ausstattung des Kurortes mit modernen Fremdenverkehrseinrichtungen wie Kurmittelhaus, Hallenbad, Spielcasino, Strandbad, Veranstaltungshalle, Rosarium, Fußgängerzone, Parkplätze. Daneben wurden auch die übrigen Funktionen in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Körperschaften ausgeweitet: kurzfristig entstanden drei Kindergärten, zwei Hauptschulen, eine Volksschule, eine Landesberufsschule mit Internat, eine Handelsakademie, eine Pädagogische Akademie, ein Amtgebäude für die Bezirkshauptmannschaft, ein Amtsgebäude für das Bezirksgericht und das Vermessungsamt, ein neues Krankenhaus, ein Wählamt, eine Reihe von Wohnbauten; ein umfangreiches Bauprogramm für Straßen, Brücken, die Wasserversorgung und die Kläranlage wurden durchgeführt. Daneben wendet die Stadt sehr viel Sorgfalt auf ein Stadterhaltungskonzept auf, da sie sich ihrem historischen Stadtbild nicht nur aus Tradition verbunden fühlt, sondern darin auch ein wesentliches Kapital für ihren Fremdenverkehr erblickt. Damit ist Baden bei Wien eine moderne Stadt im alten Kleid. ©Viktor Wallner
Wirtschaft Kaum eine Stadt lädt so zum Flanieren ein wie Baden. Endlich in aller Ruhe durch die Fußgängerzone schlendern, sich von Schaufenster- Auslagen verführen lassen, in Geschäften stöbern und vielleicht auch einmal Neues aus- und anzuprobieren. Einkaufen in Baden heißt, sich in entspannter Atmosphäre etwas zu gönnen. Sei es, um bei Kaffee und Kuchen im Kaffeehaus zu sitzen und das Geschehen ringsum zu beobachten, bei einem kleinen köstlichen Imbiss im gepflegten Ambiente mit Menschen ins Gespräch zu kommen, oder selbst in einer der schicken Boutiquen und netten Geschäfte das eine oder andere Stück zu erstehen.
Baden verfügt unter anderem über: Handels- und Gewerbeunternehmen: ca. 1.300 Weinbaubetriebe: ca. 120 Heurigenlokale: ca. 70 Gastronomiebetriebe: ca. 80 Hotels und Pensionen: 29 Bettenkapazität: ca. 1.900 Schwefelthermalquellen: 14
Auszeichnungen für Baden
- 2. Platz bei Entente Florale (9/91)
- 1. Preis beim NÖ. Blumenschmuckbewerb (9/93)
- Drei Erfolge für Baden 1/95:
Jugendfreundlichste Gemeinde NÖ Kulturgemeinde IMAS-Umfrage: 7. Stelle der am häufigsten besuchten Städte in Österreich
- Kurier-Wettbewerb "Lebenswerteste Stadt" (6/95)
- Städtesieger beim Kurier-Wettbewerb "Lebenswerteste Stadt NÖ" (3/96)
- Verleihung der Auszeichnung "Fahrradfreundliche Gemeinde" (6/96)
- ÖGB-Auszeichnung für die "lehrlingsfreundliche Gemeinde" Baden (4/97)
- Sonderpreis im Rahmen des Klimabündnistreffens 9/99
- Auszeichnung beim Artenschutzwettbewerb des WWF Österreich (11/99)
- BDO-Auxilia Umweltpreis für vorbildliche Aktivitäten im Bereich Umweltschutz (5/01)
- Baumfreundlichste Gemeinde Niederösterreichs (9/01)
- Gütesiegel "Sicherer Spielplatz" des Landes Niederösterreich für alle öffentlichen Kinderspielplätze Badens (9/01)
Sehenswürdigkeiten
Rathaus An Stelle des alten, seit 1592 bestandenen zweiten Rathauses wurde nach dem großen Stadtbrand vom 26. Juli 1812 nach Plänen des Architekten Josef Kornhäusel in den Jahren 1814/15 das heutige Rathaus erbaut.
In den Jahren 1893 bis 1895 wurde es umgebaut und durch einen Zubau in der Rathausgasse erweitert. Die Fassade im klassizistischen Stil wurde beibehalten. Von den drei Reliefs an der Vorderseite stammen die "Klugheit" und die "Gerechtigkeit" von Josef Klieber. Das Relief in der Mitte stellt die Stadtgöttin "Badenia" dar und wurde im Jahr 1895 von Franz Abel geschaffen.
Bis zum Jahr 1985 beherbergte das Rathaus auch das Bezirksgericht und ein "Gefangenenhaus". Vielleicht war einstens dort ein Gefängniswärter beschäftigt, der als "Frosch" in der "Fledermaus" von Johann Strauß weiterlebt.
Kurpark Dort, wo heute ein Teil des neuen "Congress Casino“ steht, befand sich einstens das "Theresienbad“. Vor diesem Bad er streckte sich der kleine "Theresiengarten“, aus dem der "Stadtpark“ und später der "Kurpark“ entstand. Dieser Park reichte damals im Osten bis etwa zum heutigen Park-Café und dem Undinebrunnen, im Norden bis zur Hauptstiege, und wurde im Westen von dem nicht mehr bestehenden Theresien- und Ursprungsbad begrenzt. Unter Bürgermeister Franz Maynolo (1785-1795) wurde auf Anregung vom Stadtsyndikus Johann Georg Grundgeyer (1733-1805) - ab 1762 bekleidete er dieses Amt, welches heute etwa dem eines Stadtamtsdirektors entspricht - der Gärtner Jean Baptist Barbé von der Herrschaft Vöslau mit der Gestaltung des Parkes betraut, der im Jahr 1792 der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Zur Stadtseite war der Park völlig offen und erhielt erst 1880 das jetzige repräsentative Gitter. Dieser kleine, bescheidene Park, Urzelle des heutigen prachtvollen Kurparks, erlangte in der Biedermeierzeit Weltberühmtheit. Bis 1868 war der Park mit Öllampen beleuchtet, dann kam die Gasbeleuchtung und am Ende des Jahrhunderts nach 1894 neben den Gasglühstrümpfen die Elektrifizierung, die sich erst 1925-1932 durchsetzte.
Die Hügel und der heutige Kalvarienberg - diesen Namen trägt er, seit der Stadtrichter Michael Schlachtner in den Jahren 1690-1700 Kreuzwegstationen errichten ließ - waren eine sandbedeckte, mit Felstrümmern versehene und mit Hohlräumen reichlich ausgestattete "Kalksteinwüste“. Man hielt es damals für unmöglich, diese Landschaft wieder zu bepflanzen. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen (in den Jahren 1807-1812 und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts) gelang der dritte Versuch, durch den Stadtgärtner Josef Schaffhausen in den Jahren 1874-1896 mit Hilfe des Badener Verschönerungsvereines umfangreiche Aufforstungen durchzuführen. Sein Nachfolger Josef Krupka gestaltete bis 1932 daraus einen eleganten Park, der 1925 um den Teil des Beethoventempels vergrößert wurde. Im Jahr 1894 entstand der heute noch in Verwendung stehende Musikpavillon und das Park-Café. Zur Eröffnung der seit 1902 in Betrieb stehenden Wasserleitung wurde am 1. Juli 1903 der Undinebrunnen in Betrieb genommen. Zahlreiche Denkmäler verschönern den Park, wie etwa der Beethoventempel (1926/28), das Grillparzer-Denkmal (1899), das Kaiser-Josef-Denkmal (1899), das Lanner- und Strauß-Denkmal (1912), die Blumenuhr (1928/29), um nur einige zu nennen.
Bilder: © Stadt Baden bei Wien

Stadtpfarrkirche St. Stephan
Geweiht dem hl. Stefan. Es wird als sicher angenommen, dass sie vor 1220 schon bestanden hat, denn sie war eine Filialkirche von Traiskirchen. Die 1312 gegründete Pfarre Baden gehörte dem Stift Melk an. Das Gotteshaus sowie das damals noch recht kleine Baden soll im Jahr 1477 von Matthias Corvinus zerstört worden sein. Der heutige Bau des Kirchenschiffes wurde kurz nach dieser Zerstörung auf die alten verbliebenen Mauern aufgesetzt und neu eingewölbt. Der Turm mit seiner noch erkennbaren "Mordgalerie“ ist ein ausgesprochener Wehrbau. Die Konsolensteine dieser Galerie am oberen Teil des Turmes konnten zu Verteidigungszwecken mit Balken überbrückt werden. Der Türkeneinfall im Jahr 1683 brachte dem Gotteshaus viele Zerstörungen, so etwa demolierten die Türken den Turm an der Westfront, der noch lange als Torso stehen blieb, bis man ihn zwischen 1820 und 1830 auf die heutige Höhe abtrug und mit einem Satteldach versah.
Stadtpfarrkirche Bild: © Stadt Baden bei Wien
Erst nach dem Brand und der sonstigen Zerstörung des Jahres 1683 wurde, dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend, der gotischen Kirche im Jahr 1697 ein barocker Zwiebelturm aufgesetzt. An der Außenmauer der Kirche und auch im Inneren derselben befinden sich eine Reihe interessanter Grabdenkmäler, deren ältestes vom Jahr 1462 stammt. Im Jahr 1911 brachte man über der Türe zum Aufgang zur Orgelempore eine Marmortafel an, die oben ein Medaillonrelief mit der Büste von Wolfgang Amadeus Mozart und darunter die Inschrift trägt: "W. A. Mozart schuf im Jahr 1791 für seinen Freund Anton Stoll das "Ave verum‘.“ Vor der Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal. Der große Sockel ist aus Badener Konglomeratgestein. Darüber kniet eine überlebensgroße, fast nackte männliche Figur mit erhobenen Armen. Sie soll die Seele des gefallenen Kriegers symbolisieren, der sich zu Gott erhebt. Dieses Denkmal wurde von dem Badener Künstler Prof. Josef Müllner geschaffen und im Jahr 1935 durch Kardinal Dr. Theodor Innitzer geweiht und somit seiner Bestimmung übergeben.
Dreifaltigkeitssäule
Der Bau dieses einmaligen, barocken Denkmales wurde auf Grund eines Gelübdes der Badener Bürgerschaft anlässlich der gut überstandenen Pest im Jahr 1713 beschlossen und nach den Plänen des Malers Altomonte von dem italienischen Bildhauer Giovanni Stanetti ausgeführt.
An dem Platz der jetzigen "Pestsäule" stand einstens der Pranger. Bei den Fundamentierungsarbeiten fand man eine römische Steinbank. Ein Beweis für die Existenz des einstigen "Aquae".
An der Vorderseite dieser Dreifaltigkeitssäule wurde am 13. Juni 1833 der "Ferdinandsbrunnen" in Betrieb genommen. Er soll an das fehlgeschlagene Attentat auf den damaligen Kronprinzen und späteren Kaiser Ferdinand erinnern.
Kontakt Bürgerservice Baden Rathaus Hauptplatz 1 - 2500 Baden
Tel: 02252 / 86 800 - 700 Fax: 02252 / 86 800 - 750 E-Mail: buergerservice@baden.gv.at
Öffnungszeiten Mo bis Do: 07:30 Uhr - 16:00 Uhr Di: zusätzlich bis 19:00 Uhr Fr: 07:30 Uhr - 13:00 Uhr
Faschingdienstag und Karfreitag sowie Allerseelen bis 12:00 Uhr geöffnet.
Geschlossen: 15.11., 24.12 u. 31.12
Weblinks
Quelle: Text und Bilder wenn nichts anderes angegeben: © Stadtgemeinde Baden Hauptplatz 1 A-2500 Baden
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