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Allach ist der 23. Stadtteil von München und liegt im Nordwesten der Stadt München. Somit gehört es zum Regierungsbezirk Oberbayern. Durch seine Stadtrandlage bietet der Stadtteil alle Vorzüge einer Großstadt, gleichzeitig ist Allach ein ländlich geprägter Wohnort mit vielen Grün- und Freizeitflächen.


Geografie
Allach, im Münchner Nordwesten gelegen, erstreckt sich von Untermenzing und Obermenzing im Süden bis zur Stadtgrenze im Norden. Allach ist über die S-2 in Richtung Petershausen direkt an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Allach liegt am äußersten Nordwestrand der Landeshauptstadt.

Lage Allach

Die Lage
© Gemeinde Allach - Untermenzing


Geschichte
Der 23. Stadtbezirk, im Münchner Nordwesten, ist aus den beiden Dörfern Allach und Untermenzing hervorgegangen. Er erstreckt sich beiderseits der Würm und zwar von der Stadtbezirksgrenze zu Obermenzing im Süden flussabwärts bis zur Stadtgrenze im Nordwesten.

Die beiden Dörfer Allach und Untermenzing dürften auf die Zeit der bajuwarischen Landnahme, also auf das 6. und 7. Jahrhundert, zurückgehen. Urkundlich erwähnt werden beide erst 774 bzw. 817, also zur Zeit von Herzog Tassilo (746-788) und Ludwig dem Frommen (814-840), Sohn Karls des Großen. Ab diesem Zeitpunkt lassen sich sowohl für Allach als auch für Untermenzing Besitzrechte der Freisinger Bischöfe sowie des Klosters Wessobrunn bis ins hohe Mittelalter nachweisen.

Während Untermenzing bis 1827 stets der Hofmark Menzing angehörte, war Allach mit Ausnahme der Jahre von 1678 bis 1702 ein landgerichtlicher Ort; bis 1803 war es dem Landgericht Dachau und anschließend dem neu gegründeten Landgericht München zugehörig.

Über die Zahl der in Allach befindlichen Anwesen gibt erstmals das aus steuerlichen Gründen um 1445 angelegte Herdstättenbuch des Landgerichts Dachau Auskunft. Von diesem bis zum Dreißigjährigen Krieg von 22 auf 42 angewachsenen Herdstätten bzw. Anwesen wurden im Verlauf dieses Krieges etliche ausgeraubt oder niedergebrannt. Im Jahr 1678 wurde Allach samt dem jüngeren Allacher Ortsteil St. Johann der Hofmark Menzing einverleibt. Im Jahr 1702 , zwei Jahre nach dem Tod des Hofmarkherrn Anton von Berchem, fiel die Hofmark wieder an den Kurfürsten zurück; Allach wurde aus ihrem Verband ausgegliedert und war damit erneut ein landgerichtlicher Ort. Als 1812 das erste auf der Landvermessung des Jahres 1809 beruhende Steuerkataster angelegt wurde, war die Zahl der Allacher Anwesen auf 61 gestiegen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren nur noch wenige Anwesen hinzugekommen. Ab diesem Zeitpunkt begann sich das Dorf Allach dank der Eröffnung des Personennahverkehrs auf der Ingolstädter Bahnlinie im Jahr 1892 mehr und mehr zum Wohnort und Industriestandort zu entwickeln.

Laut Statistik hatte Allach 1880 mit 457 Einwohner, nur 58 Einwohner mehr als 40 Jahre zuvor. Zwanzig Jahre später, im Jahr 1900 hatte sich die Einwohnerzahl gegenüber 1840 mit 863 mehr als verdoppelt. Im Jahr 1925 waren es bereits 2142 und bis zur Eingemeindung im Jahr 1938 belief sich die Einwohnerzahl auf rund 4600.

Bei Untermenzing muß es nach dem ersten sicheren Hinweis auf einen Ort Menzing aus dem Jahr 817 noch rund fünf Jahrhunderte offen bleiben, ob es sich um Ober- oder Untermenzing handelt.

Erst in der Konradinischen Matrikel von 1315 ist erstmals die Rede von "duo menzing", also von zwei Ansiedlungen mit dem Namen Menzing. Im wesentlichen dürften die bis dahin aufgrund von Besitzübergaben erfolgten Ortsnennungen Obermenzing betroffen haben, da nach dem Urbar von 1397 das Kloster Wessobrunn mit zwei Gütern nur mäßigen Besitz in Untermenzing, dagegen mit elf Gütern bedeutenden in Obermenzing hatte. Auch über die in Untermenzing befindliche Anzahl von Anwesen gibt das Herdstättenbuch erstmals Auskunft. Mit 19 zählte das Dorf damals drei weniger als Allach. Einige Jahrzehnte später wurde des der herzoglichen Hofmark Menzing einverleibt, die 1442 erstmals Erwähnung findet.

Ebenso wie Allach, so litt auch Untermenzing stark unter dem rund 100 Jahre später ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieg. Beim Schwedeneinfall im Mai 1632 brannten die Schweden 16 Häuser und damit das halbe Dorf nieder. Als Baron Anton von Berchem im Jahr 1676 die Hofmark Menzing übernahm, waren bereits wieder 31 Anwesen bewohnt, so viele wie vor dem Dreißigjährigen Krieg. Bis zu der aus steuerlichen Gründen 1809 durchgeführten ersten Landvermessung hatte sich die Zahl der Anwesen auf 35, also nur um vier erhöht.

Wie in Allach, nahm auch in Untermenzing die Bevölkerung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts rasch zu. Waren es 1855 erst 266 Einwohner, so stieg ihre Zahl bis zur Jahrhundertwende auf 384 an. Im Jahr 1925 zählte man bereits 1662 und im Jahr der Eingemeindung gar 4800 Einwohner.

Am 1. Dezember 1938 endete mit der Eingemeindung der beiden an der Würm gelegenen Straßendörfer Allach und Untermenzing die weit über tausendjährige eigenständige Geschichte dieser Dörfer. Mit dieser Eingemeindung war die Stadt München um 957,59 Hektar Boden und ein beträchtliches Steuereinkommen reicher. Seitdem sind ihre ehemaligen Gemeindegebiete zum Stadtbezirk Allach - Untermenzing vereinigt. Bis zur Neugliederung der Münchner Stadtbezirke im Jahr 1992 wurde er als 38. und seitdem wird er als 23. Stadtbezirk geführt.

In den Siedlungskernen der beiden mittlerweile zusammengewachsenen Bezirksteile findet sich in Untermenzing, im Gegensatz zu Allach, nur noch ein Restbestand der dörflichen Substanz. Anstehende größere Bauvorhaben im ehemaligen Untermenzinger Dorfbereich werden hier zu einer weiteren Urbanisierung führen.
 


Verkehr
Die hohe Arbeitsplatzkonzentration geht mit einem entsprechend hohen Einpendlerüberschuß einher. Die Folge ist ein entsprechend hohes Verkehrsaufkommen, das die Wohngebiete des Stadtbezirkes zusätzlich zu dem von den Auspendlern verursachten Verkehr, belastet.

Mit der Eröffnung des NW-Abschnittes der A 99 hat die Verkehrsbelastung in der den Stadtbezirk in Nord - Süd - Richtung erschließenden Eversbuschstraße zwar nachgelassen, verstärkte Siedlungstätigkeit, auch im Umfeld des Stadtbezirkes, werden den Entlastungseffekt aber bald wieder ausgleichen. Ein Verkehrskonzept ist daher dringend geboten. Der Bezirksausschuß 23 fordert deshalb u.a. den Ausbau des Pasinger Heuweges, die Anbindung des sog. Beergeländes an diesen Weg, den Halbanschluß der Obere Mühlstraße an die A 8, die Erschließung der Wohn- und Gewerbegebiete der Angerlohe über die Ludwigsfelder Straße sowie die Weiterführung der Manzo - und der Prof. Eichmann - Straße in die benachbarten Stadtbezirke.

Neben dem innerstädtischen Straßennetz weist der Stadtbezirk im westlichen und nördlichen Bereich mit der A 99 bzw. der Eschenrieder Spange auch noch einen Bundesfernstraßenweg auf, der vor allem aus Umweltschutzgründen auf einer Länge von einem Kilometer im Tunnel verläuft.

Ferner wird der Stadtbezirk von zwei Bahnlinien durchquert; in Nord - Süd - Richtung mittig von der Bahnlinie nach Ingolstadt und im Norden in West - Ost - Richtung von einer Güterbahn, in die seit 1991 der ab der Stadtgebietsumgliederun zu Moosach gehörige Rangierbahnhof München Nord eingebunden ist.


Wirtschaft
Schon frühzeitig hat sich in Allach östlich des Dorfgebietes, vor allem entlang der Bahnlinie nach Ingolstadt, industrielle und gewerbliche Nutzung durchgesetzt. Im Verlauf der ersten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts entstanden dort u.a. das Dampfsägewerk Kirsch, die Diamalt- Fabrik, die Firmen Krauss - Maffei und Junkers. Nicht alle der bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts entstandenen Betriebe existieren heute noch, weshalb für die von ihnen einst beanspruchten Flächen, soweit sie nicht - wie das im nördlichen Teil des Allacher Forstes ab 1938 entstandene BMW - Flugmotoren - Werk (heute MAN und mtu) - von anderen Industriebetrieben übernommen wurden, neue Nutzungskonzepte zu entwickeln sind.

Mit fast 200 ha weist Allach die höchste Industrie- und Gewerbeflächenballung im Stadtgebiet auf. Allein die Firmen MAN, mtu und Krauss - Maffei stellen mehr als drei Viertel der gut 25000 Arbeitsplätze des Stadtbezirkes bereit. Gemäß der Volkszählung von 1987 verteilten sich diese Arbeitsplätze damals auf insgesamt 1159 Arbeitsstätten. Unter den im Stadtbezirk registrierten Betrieben dominieren Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe.


Wohnen
Ein Großteil der im Stadtbezirk landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg der Wohnbebauung zugeführt. In den ersten Nachkriegsjahren waren es vor allem die in den Allacher Lagern untergebrachten Flüchtlinge, die ansässig wurden. Zwischen 1946 und 1970 nahm infolge der regen Bautätigkeit die Einwohnerzahl von 17398 auf 25467 zu. Seitdem ist nur noch eine geringe Bevölkerungszunahme (auf 27198 am 31. Dezember 1999) zu verzeichnen.

Dank der vorherrschenden, Wohnbebauung aus Ein - und Mehrfamilienhäusern, durchsetzt mit Reihenhaus - und Eigentumswohnanlagen, weisen die Wohngebiete noch weitgehend Gartenstadtcharakter auf. Infolge dieser aufgelockerten Bebauung, dem hohen Anteil an Freiflächen im Stadtbezirk sowie den umfangreichen Flächen für Industrie und Gewerbe, erweist sich der Stadtbezirk bei einer Fläche von 1626,23 ha und einer Einwohnerdichte von nur 17 Personen je ha als der am zweitdünnsten besiedelten Stadtbezirk. Unter dem gesamtstädtischen Durchschnitt liegt mit 19 % auch der Ausländeranteil.

Entsprechend der Wohnstruktur sind Mehrpersonenhaushalte, darunter vorwiegend Familien mit Kindern, deutlich in der Überzahl. Während im Jahr 1960 die Arbeiterschaft unter den Erwerbstätigen dominierte, sind heute unter ihnen die Angestellten mit über 50 % vertreten.

Die derzeitige Bautätigkeit umfasst im wesentlichen zum einen Abrundungen bestehender Baugebiete (z.B. am Gleichweg) oder die Schließung von Baulücken. Zum anderen werden vor allem Grundstücke mit älterer Einfamilienhausbebauung einer intensiveren Bebauung zugeführt. Einer dringenden Neuordnung bedarf der Bereich um den Allacher Bahnhof mit Oertelplatz als Zentrum.


Kontakt
BA-Geschäftsstelle West
Landsberger Str. 486
81241 München

Tel. 233-3 73 54, -2, -3
    233-3 74 15
Fax 233-3 73 56
E-Mail: bag-west.dir@muenchen.de

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Quelle: Gemeinde Allach

 

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